Das schwere Erdbeben, welches gestern Montag Kolumbien mit einer Stärke von 7,4 erschütterte, hinterließ auch bei den Don Bosco-Projektpartnern der österreichischen Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt deutliche Spuren. P. José Ariel Guerrero Castro, SDB, Provinzial der Provinz San Luis Beltrán – Medellín, berichtet Jugend Eine Welt von erheblichen Schäden an den Gebäudestrukturen. „Das Ausmaß wird weiterhin untersucht. Zum Glück gab es in unseren Einrichtungen keine Todesopfer. Betroffen sind Einrichtungen unseres Don Bosco-Centers in Cali sowie einige unserer Schulen, u.a. in der Region Pereira und Medellín“, so P. José.
Langjährige Unterstützung
Jugend Eine Welt unterstützt seit der Gründung vor 29 Jahren weltweit Bildungs- und Sozialprojekte für benachteiligte Kinder und Jugendliche. In Kolumbien setzt die Arbeit, gemeinsam mit den Salesianern Don Boscos, langjährige Projektpartner vor Ort, vor allem dort an, wo junge Menschen besonders wenige Chancen haben. Das Engagement beinhaltet eine breite Palette, von Straßenkinderprogrammen über Schul- und Berufsausbildungsmöglichkeiten bis zur Sozialarbeit mit traumatisierten Jugendlichen, die Zwangsdiensten in bewaffneten Gruppen ausgesetzt waren. Beispielsweise steht in Bogotá die berufliche Ausbildung von Jugendlichen aus armen Stadtteilen im Vordergrund. In Medellín geht es zusätzlich um den Schutz, die psychologische und soziale Betreuung sowie die schulische und berufliche Wiedereingliederung ehemaliger Kindersoldaten.
Schäden an Einrichtungen erschweren wichtige Arbeit
Für die Jugend Eine Welt-Projektpartner in Kolumbien bedeutet das Erdbeben eine zusätzliche Belastung. Neben der Sicherung der Gebäude und der Versorgung der Betroffenen müssen nun die entstandenen Schäden systematisch erfasst werden. Gleichzeitig ist es wichtig, den Betrieb von Schulen, Ausbildungszentren und Betreuungseinrichtungen möglichst rasch wieder aufnehmen zu können. „Gerade für benachteiligte Kinder und Jugendliche sind diese Einrichtungen tägliche Anlaufstellen. Sie bieten nicht nur Bildung und Ausbildung, sondern auch Schutz, Betreuung und Stabilität. Deshalb ist es wichtig, dass die Don Bosco-Einrichtungen nach dem Erdbeben möglichst schnell wieder sicher genutzt werden können“, betont Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt.
Österreichische Freiwillige in Medellín sind wohlauf
Auch österreichische Freiwillige sind über VOLONTARIAT bewegt, die gemeinsame Entsendeorganisation von Jugend Eine Welt und den Salesianern Don Boscos, in Kolumbien im Einsatz. „Vor ein paar Monaten kehrten erst zwei Volontäre aus der vom Erdbeben betroffenen Region Pereira von ihren Einsätzen zurück. Aktuell leisten zwei Volontärinnen ihren Freiwilligendienst über VOLONTARIAT bewegt in Don Bosco-Einrichtungen in Medellín. Beide haben sich nach dem Erdbeben bereits gemeldet. Es geht ihnen gut“, berichtet Heiserer.
Die jungen Freiwilligen unterstützen die lokalen Partner in Bildungs- und Sozialeinrichtungen unter anderem bei pädagogischen und sozialen Aktivitäten und lernen dabei die Lebensrealitäten der Jugendlichen vor Ort kennen. Der freiwillige Sozialdienst im Ausland gilt auch als Ersatz für den Zivildienst. „Unsere Gedanken sind bei unseren Projektpartnern, den Kindern und Jugendlichen und allen Menschen, die vom Erdbeben betroffen sind. Jetzt gilt es die notwenigen Reparaturen schnell zu organisieren, damit die Schulen, Ausbildungszentren und Betreuungseinrichtungen möglichst bald wieder sicher genutzt werden können“, so Heiserer abschließend.
Jugend Eine Welt-Spendenkonto
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