Wie hängen unser Konsum, globale Produktion und soziale Verantwortung zusammen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die internationale Youth Conference „From Chains to Bridges“, die von 10. bis 12. März 2026 in Wien stattfand. Im Rahmen des Erasmus+-Projekts „From Chains to Bridges“ kamen über 90 junge Menschen und Fachkräfte aus dem Bereich der Jugendarbeit aus Österreich, Deutschland, Polen, Spanien und Rumänien zusammen, um sich über die sozialen und ökologischen Auswirkungen globaler Lieferketten auszutauschen und gemeinsame Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Für eine gerechtere und nachhaltigere Zukunft
Gastgeber der Konferenz war die österreichische Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt, die das Projekt über die vergangenen zwei Jahre in Österreich gemeinsam mit europäischen Partnerorganisationen umsetzte. Ziel von „From Chains to Bridges“ war es, junge Menschen dafür zu sensibilisieren, wie eng Konsumverhalten, Produktionsbedingungen, Menschenrechte und Klimafragen weltweit miteinander verknüpft sind. Dabei ging es nicht nur um Wissensvermittlung, sondern auch darum, konkrete Ansätze für eine gerechtere und nachhaltigere Zukunft sichtbar zu machen und junge Menschen dazu zu motivieren, sich für ihre Vorstellungen einer gerechteren Zukunft stark zu machen.
Globale Lieferketten für junge Menschen verständlich machen
Das Projekt „From Chains to Bridges“ verband internationale Bildungsarbeit mit langjähriger Erfahrung in der Arbeit mit jungen Menschen und benachteiligten Gruppen. Die Youth Conference bildet den Abschluss des Erasmus+-Kooperationsprojekts, das von April 2024 bis März 2026 lief. Beteiligt waren neben Jugend Eine Welt Organisationen aus mehreren europäischen Ländern. Im Verlauf des Projekts wurden Trainingsformate, Workshops, internationale Austauschformate und praxisnahe Materialien für die Jugendarbeit entwickelt. Dazu zählen unter anderem ein Handbook für Vereine und Organisationen, ein Toolkit für den Einsatz in der Jugendarbeit und ein interaktives Escape Room Spiel, mit denen das Thema globale Lieferketten für junge Menschen verständlich und lebensnah aufbereitet werden kann.
Prominent besetzte Diskussionen
Die Konferenz brachte Teilnehmerinnen und Teilnehmer ab dem 9. März nach Wien. Nach zwei Tagen mit einem umfangreichen Angebot an Exkursionen und Workshops, folgte am 12. März der zentrale öffentliche Konferenztag im Europahaus Wien. Neben der Präsentation zentraler Projektergebnisse waren die Diskussionen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik (Europarlamentarier Andreas Schieder sowie Lena Schilling), Wissenschaft (Nigel Caruana vom Brüssler Think Tank) und Wirtschaft (Präsident der Industriellenvereinigung Noe Kari Ochsner) Highlights der Veranstaltung.
Ein weiterer besonderer Programmpunkt war zudem eine internationale Perspektive aus dem Globalen Süden, eingebracht von der Don Bosco Mission Bonn. Ordensschwester Lisa Elavunkal aus Assam, Indien, berichtete eindrücklich über Ausbeutungsstrukturen in der Teeindustrie. Ihr Beitrag machte die Lebensrealitäten am Anfang globaler Lieferketten sichtbar.
Mit der Konferenz in Wien setzte Jugend Eine Welt gemeinsam mit seinen Partnern ein Zeichen für internationale Zusammenarbeit, globale Gerechtigkeit und zukunftsorientierte Jugendbildung. Die Veranstaltung zeigte, dass faire Lieferketten und nachhaltige Entwicklung keine abstrakten Themen sind, sondern eng mit dem Alltag junger Menschen in Europa und weltweit verbunden sind.