Anlässlich des „World Farmers’ Day“ am 14. Mai macht die österreichische Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt auf die zentrale Rolle nachhaltiger Landwirtschaft für Ernährungssicherheit, Umweltschutz und Armutsbekämpfung im Globalen Süden aufmerksam. Mit dem weltweiten Programm „Back 2 Nature“ verfolgt Jugend Eine Welt das strategische Ziel, weltweit regenerative, umweltfreundliche und langfristig finanzierbare Agrar- und Einkommenssysteme zu etablieren. Im Fokus stehen dabei Kleinbäuerinnen und -bauern, die sich durch ökologische Landwirtschaft langfristige Perspektiven und ein selbstbestimmtes Einkommen aufbauen.
Rolle der Frauen in der Landwirtschaft im Fokus
Besondere Bedeutung erhält das Thema mit Blick auf das von den Vereinten Nationen ausgerufene „Internationale Jahr der Frauen in der Landwirtschaft“. Damit rückt die UN weltweit die wichtige Rolle von Frauen in der Landwirtschaft in den Fokus. Frauen leisten weltweit einen wesentlichen Beitrag zur Landwirtschaft und zur Versorgung ihrer Familien und Gemeinden. Vor allem im Globalen Süden tragen vielfach Bäuerinnen die Verantwortung für Ernährung, Einkommen und die Zukunft ihrer Kinder. „Oft sind es die Bäuerinnen, die die Lebensgrundlagen ihrer Familie sowie der Bevölkerung in der Region sichern. Gerade junge Frauen brauchen jedoch Zugang zu Wissen, Ausbildung und nachhaltigen Methoden, um Landwirtschaft langfristig erfolgreich und existenzsichernd betreiben zu können“, betont Jugend Eine Welt-Geschäftsführer Reinhard Heiserer.
Erfolgreiches „Back 2 Nature“-Programm
Das von Jugend Eine Welt entwickelte und in Projektländern des Globalen Südens wie Indien, Philippinen, Nepal, Venezuela oder Ecuador erfolgreich umgesetzte Programm „Back 2 Nature“ verbindet Umweltbildung, nachhaltige Anbaumethoden und praktische Ausbildung mit finanzieller Nachhaltigkeit. Teilnehmende erwerben Wissen und praktische Fähigkeiten im Bereich ökologischer Landwirtschaft, nachhaltiger Kultivierung von Pflanzen wie etwa Moringa, Reis, Kakao, Ingwer aber auch Nutztierhaltung – individuell angepasst an die individuellen regionalen Gegebenheiten und Bedürfnisse. Darüber hinaus werden unternehmerische Kompetenzen gestärkt und das Selbstvertrauen gefördert. „Besonders Frauen profitieren von den Schulungen. Viele haben keine eigene landwirtschaftliche Fläche zur Verfügung. Sie organisieren sich daher in Gruppen, bauen gemeinschaftlich nachhaltige Landwirtschaftsbetriebe auf und vermarkten ihre Produkte gemeinsam“, erzählt Hannes Velik, Verantwortlicher für den Bereich Programme und Kooperationen bei Jugend Eine Welt.
Die Projekte zeigen Wirkung: Die Zusammenschlüsse der Kleinbäuerinnen verbessern ihre wirtschaftliche Lage durch gemeinsamen Einkauf, Verarbeitung und Vermarktung. Zudem werden die Frauen unabhängiger von Zwischenhändlern und informellen Geldverleihern mit hohen Zinsen. Spargruppen und interne Kreditmodelle stärken zusätzlich die finanzielle Eigenständigkeit der Kleinbäuerinnen.
Zukunft der Kinder sichern
Wie stark nachhaltige Landwirtschaft Leben verändern kann, zeigt die Geschichte von Alamelu aus dem Jugend Eine Welt-Projektland Indien. Vor ihrer Teilnahme am „Back 2 Nature“-Programm lebte ihre Familie von unregelmäßiger Tagelohnarbeit und kämpfte täglich ums Überleben. Durch Schulungen in nachhaltiger Landwirtschaft und Pflanzenaufzucht erhielt sie neue berufliche Perspektiven und arbeitet heute in einer Baumschule. Mit einem für die Region verlässlichen Einkommen von umgerechnet rund 90 Euro pro Monat kann sie nun ihre Familie selbstständig unterstützen. „Früher wusste ich nicht, wie ich ein regelmäßiges Einkommen erzielen kann. Heute arbeite ich in der Baumschule und unterstütze meine Familie“, erzählt Alamelu. „Ich bin stolz darauf, auf eigenen Beinen zu stehen und die Zukunft meiner Kinder mitzusichern.“
Bildung überwindet Armut
„Mit ‚Back 2 Nature‘ setzt Jugend Eine Welt bewusst auf nachhaltige Lösungen. Junge Menschen und Familien lernen, natürliche Ressourcen zu schützen, lokale Kreisläufe zu stärken und gleichzeitig ihre Lebensbedingungen langfristig zu verbessern. Die gezielte Förderung von Frauen in der Landwirtschaft spielt dabei eine zentrale Rolle“, so Jugend Eine Welt-Geschäftsführer Heiserer. „Denn meist sind es die Mütter, die mit dem zusätzlich erwirtschafteten Einkommen ihren Kindern eine Schulbildung ermöglichen – und ihnen damit die Chance auf eine bessere Zukunft geben.“
Weiterführende Informationen zum “Back 2 Nature”-Programm von Jugend Eine Welt finden Sie hier.