Der aktuelle Konflikt im Nahen Osten trifft die Zivilbevölkerung mit voller Härte. Auch die Don Bosco-Projektpartnerinnen und Projektpartner der österreichischen Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt in Israel, dem Westjordanland und im Libanon sind unmittelbar von den dramatischen Entwicklungen betroffen. Schulen mussten schließen, der Alltag ist von Angst, Raketenalarm und Versorgungsengpässen geprägt. „Unsere langjährigen Partnerinnen und Partner vor Ort lassen die Menschen nicht im Stich. Sie geben Halt in einer Situation, die von permanenter Bedrohung geprägt ist. Um diese wichtige Arbeit weiterhin zu ermöglichen, sind sie dringend auf internationale Solidarität angewiesen. Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende“, appelliert Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt.
Bethlehem: Raketenbeschuss und Stillstand des öffentlichen Lebens
In Beit Jala nahe Bethlehem schildert Burghard Schunkert von der Jugend Eine Welt-Partnerorganisation Lifegate Rehabilitation die angespannte Situation im Westjordanland: „Bei uns steht das öffentliche Leben still, denn wir befinden uns hier in der Region unter schwerem Raketenbeschuss. Die Menschen müssen fast stündlich in die Schutzräume. Verfügen sie über keine, dann suchen sie zumindest Schutz im Keller ihres Hauses.“
Ein Kindergartenbetrieb im „Lifegate-Rehabilitationszentrum“ ist aktuell nicht machbar, erzählt Schunkert. „Auf den Straßen ist es viel zu gefährlich. Der Weg zu uns wäre ein zu großes Risiko. Wir haben daher auf Online-Betreuung der Kinder umgestellt. Aufgrund vorangegangener kriegerischer Konflikte und der Corona-Pandemie haben wir damit schon Erfahrung.“
Jerusalem: Leben im permanenten Alarmzustand
Auch in Jerusalem ist die Lage angespannt. Pater Emanuele von den Salesianern Don Boscos berichtet von täglichen Alarmsirenen und Raketeneinschlägen. „Das Leben beschränkt sich auf das Nötigste. Schulen und die meisten Aktivitäten sind geschlossen.“ Die Menschen in Israel und dem Westjordanland leben in höchster Alarmbereitschaft. „Wir versuchen die Menschen weiter bestmöglich zu unterstützen. Vor allem beten wir, dass diese Situation endet, denn sie ist wirklich schrecklich.“
Libanon: Angst vor Ausweitung des Konflikts
„Wir sind von Angriffen bislang Gott sei Dank noch verschont geblieben. Unser Standort ist aktuell eine Oase des Friedens und der Sicherheit. Aber man hört die Bomben, die auf Beirut niedergehen“, berichtet Lina Abou Naoum, Jugend Eine Welt-Projektpartnerin im Libanon. Die Don Bosco-Schwester ist die Direktorin einer von Jugend Eine Welt unterstützten Don Bosco-Schule in Kahalé, einem Bergdorf im Distrikt Aley, rund 13 km von Beirut entfernt. „Die aktuelle Situation macht natürlich Angst, denn man kann nie vor eventuellen Querschlägern sicher sein“, so Sr. Lina weiter.
Die Don Bosco-Schule bleibt daher aus Sicherheitsgründen geschlossen. „Die Menschen verharren zuhause. Wir versuchen mit Verteilaktionen die Lebensmittel- und Medikamentenversorgung möglichst aufrechtzuerhalten“, erzählt die Don Bosco-Schwester. „Ein großes Problem ist aber, dass die Preise für Lebensmittel zuletzt sehr stark gestiegen sind. Dazu kommen auch noch die höheren Kosten für Elektrizität und Gas. Mittlerweile ist das Leben für viele Menschen nicht mehr leistbar". Es regiert die Angst vor einem weiteren Anstieg und einem damit verbundenen Währungsverlust.“ Die Hoffnung in der Bevölkerung auf ein baldiges Ende des Krieges ist laut Sr. Lina gering – vielmehr fürchte man eine weitere Eskalation.
Auch aus Hadath Baalbek im Osten Libanons erreichen Jugend Eine Welt besorgniserregende Nachrichten. Don Bosco-Schwester Rudaina berichtet, dass das Schultheater – der sicherste Ort der Schule – bereits als Notquartier vorbereitet wurde. Schon bei früheren Raketenagriffen fanden dort rund fünfzig Familien Schutz. Derzeit fehle es jedoch an Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Heizmaterial. „Die Temperaturen sinken nachts unter null Grad. Wir haben nicht genug, um den täglichen Grundbedarf zu decken.“ Dennoch wollen die Schwestern bleiben und im Ernstfall notleidende und vertriebene Familien aufnehmen.
Jugend Eine Welt: „Krieg bedroht besonders Kinder und Frauen“
„Krieg bedroht immer die Schwächsten – besonders Kinder und Frauen“, betont Jugend Eine Welt-Geschäftsführer Reinhard Heiserer. „Unsere große Sorge gilt den zahlreichen Kollateralschäden dieses Konflikts. Bombeneinschläge an unterschiedlichen Orten versetzen die Menschen in Angst und Schrecken. Die Unsicherheit und die Kriegswirren verunsichern vor allem Eltern zutiefst – sie wissen nicht, wie sie ihre Kinder schützen sollen. Bitte unterstützen Sie die wichtige Arbeit unsere Projektpartnerinnen und Projektpartner in den betroffenen Regionen mit Ihrer Spende.“