Zyklon „Gezani“, der mit voller Wucht über Madagaskar fegte, hat auch langjährige Projektpartner der österreichischen Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt nicht verschont. Mehrere Gebäude der Salesianer Don Boscos, die an der Ostküste in Toamasina, der zweitgrößten Stadt der Insel, Einrichtungen für Kinder und Jugendliche beherbergen, wurden beschädigt. Erste Bilder zeigen heruntergefallene Gebäudeteile und abgedeckte Dächer.
Häuser zerstört, Lebensmittel unbrauchbar
Nach Angaben des Wetteramtes Madagaskars traf Zyklon „Gezani“ mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Kilometern pro Stunde die rund 340.000 Einwohnerinnen und Einwohner zählende Stadt Toamasina. Erste lokale Berichte sprechen von einer weitreichenden Katastrophe. Das Küstenviertel Ampanalana ist laut lokaler Verwaltung nahezu vollständig zerstört. Von rund 900 erfassten Häusern haben nur wenige Dutzend – hauptsächlich massiv gebaute Gebäude – dem Zyklon standgehalten. Die Mehrheit der Häuser, oft aus Blech oder Ravinala-Blättern errichtet, wurden von den Boen regelrecht weggeblasen.
Jugend Eine Welt-Projektpartner betroffen
Auch die Einrichtungen der Salesianer Don Boscos, langjährige Projektpartner von Jugend Eine Welt, wurden massiv beschädigt. „Wir sind seit mehr als zehn Jahren in Toamasina tätig. Wir haben ein Gemeinschaftshaus errichtet, eine Schule für 140 arme und besonders gefährdete Jugendliche aufgebaut sowie eine Pfarre, ein Jugendzentrum und ein Projekt zur Förderung von Frauen gegründet, das dieses Jahr abgeschlossen wurde. Der Bau eines Berufsbildungszentrums steht kurz vor dem Beginn“, erzählt Jugend Eine Welt-Projektpartner P. Berthin. „Nun sind 90 % der Dächer unserer Einrichtungen vom Sturm weggerissen worden. Wasser ist in die Gebäude eingedrungen. Unser Lebensmittellager und die Schulkantine sind nicht mehr nutzbar und müssen neu aufgebaut werden.“
Bitte spenden Sie!
Die Jugend Eine Welt-Projektpartner sind nun auf Spenden angewiesen, um ihre Einrichtungen wieder aufzubauen und um vor allem wieder den Kindern die Möglichkeit bieten zu können, in der Schule wichtige Bildung zu erhalten. „Der Zyklon traf die Menschen auf Madagaskar mitten ins Herz. Der Wiederaufbau geht nur mit Ihrer Hilfe, bitte spenden Sie“, appelliert Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt. „Neben der Reparatur unserer Infrastruktur müssen wir auch den armen Menschen in unserer Umgebung soziale Hilfe leisten, da auch sie Opfer des Zyklons ‚Gezani‘ geworden sind“, ergänzt P. Berthin.
Naturkatastrophen verschärfen humanitäre Lage
„Gezani“ ist bereits der sechste tropische Wirbelsturm, der Madagaskar seit September getroffen hat. Erst vor elf Tagen forderte Zyklon „Fytia“ sieben Todesopfer. Für die ohnehin Leid geplagte Bevölkerung – 39,5% sind laut Welthunger-Index 2025 unterernährt – verschärfen wiederkehrende Naturkatastrophen wie aktuell Zyklone die humanitäre Lage zusätzlich. Weite Teile der Bevölkerung leiden aufgrund der Ernteausfälle an Hunger. Vor allem Kinder und ältere Menschen sind betroffen. Die Folgen bei Kindern sind Wachstumsstörungen und Muskelschwäche sowie eine große Anfälligkeit für Infektionskrankheiten wie Malaria und Cholera. Die große Not, Ernährungsunsicherheit, mangelnde Infrastruktur sowie unzureichende Trinkwasserversorgung beeinflussen das tägliche Leben massiv.
Jugend Eine Welt: Bildung und warme Mahlzeiten als Zukunftschance
Gemeinsam mit den Salesianern Don Boscos engagiert sich Jugend Eine Welt seit vielen Jahren auch für die Ernährungssicherheit von benachteiligten Kindern in der abgelegenen Region Itasy, westlich der Hauptstadt Antananarivo. Das Angebot von qualitativer Schulbildung spielt dabei eine große Rolle. Denn in Anbetracht der hohen Analphabeten-Quote (ein Viertel der schätzungsweise rund 31 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner kann weder schreiben noch lesen) ist Bildung mehr denn je der Schlüssel für ein späteres Leben in Würde.
„Im Rahmen der Projekte werden unter anderem Schulkantinen eingerichtet, Lernpakete bereitgestellt, notwendige Sanierungen durchgeführt sowie neue Schultische angeschafft“, erzählt Heiserer. „Neben einer qualitätsvollen Schulbildung erhalten die Kinder an jedem Schultag auch eine kostenlose warme Mahlzeit – oft der entscheidende Grund, warum Eltern ihre Kinder überhaupt in die Schule schicken. Für viele Familien bedeutet das eine enorme Entlastung, da ein Esser weniger zu Hause versorgt werden muss.“ Darüber hinaus profitieren rund 50 Lehrerinnen und Lehrer von Fortbildungen, Vernetzung und einem gesicherten Gehalt. Ergänzend gibt es Stipendien und gezielte Unterstützung für Mädchen und junge Mütter sowie die Finanzierung von Lehrergehältern in einkommensschwachen Monaten.