„In dieser schwierigen Situation bildet die Nothilfe von Jugend Eine Welt eine wichtige Lebensader. Sie ermöglicht es uns, sofort lebenswichtiges Mehl zu kaufen, um weiterhin Brot backen und verteilen zu können, sodass vor allem hungerleidende Kinder und Mütter in den Flüchtlingscamps täglich mit Nahrung versorgt werden. Diese Unterstützung ist nicht nur finanzieller Natur. Sie ist ein tiefgreifendes Zeichen der Hoffnung und Solidarität“, bedankt sich P. Luan, Projektpartner von Jugend Eine Welt in Adwa.
Dramatische Lage spitzt sich weiter zu
Auch dreieinhalb Jahre nach dem offiziellen Ende des Bürgerkriegs in Tigray ist die politische und wirtschaftliche Situation in der Krisenregion äußerst fragil. Spannungen zwischen regionalen und föderalen Akteuren, anhaltende Unsicherheit sowie eingeschränkte wirtschaftliche Strukturen prägen den Alltag der Menschen. Die lokale Bevölkerung und die rund eine Million Binnenflüchtlinge sind auf fremde Hilfe angewiesen. Viele Familien stehen weiterhin vor dem Nichts. Arbeitsmöglichkeiten fehlen, Märkte funktionieren nur eingeschränkt, und staatliche Unterstützungsleistungen reichen bei weitem nicht aus. „Die Lage in Tigray bleibt äußerst angespannt und schwierig. Wir erleben weiterhin täglich einen herzzerreißenden Exodus junger Menschen, die aus der Region fliehen, wobei Busse und Flüge von Tigray nach Addis Abeba wochenlang im Voraus ausgebucht sind. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind gravierend. Bargeld ist in den Banken nach wie vor knapp, und die Marktpreise für lebenswichtige Güter steigen rasant an. In vielen Gebieten gibt es praktisch keine direkten Lebensmittelhilfen mehr“, erzählt P. Luan.
Konkrete Hilfe, die ankommt
Gerade in den Lagern für Binnenvertriebene (IDP-Camps) ist die Not groß: Viele Menschen sind seit dem Bürgerkrieg auf der Flucht und leben in provisorischen Unterkünften. Schulen, in denen eigentlich Unterricht stattfinden sollte, dienen als Notquartiere. Auf engstem Raum – oft sind die privaten Bereiche nur durch aufgehängte Decken oder Leintücher getrennt – verlieren die Menschen zunehmend die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. „Ohne externe Unterstützung wäre eine regelmäßige Versorgung kaum möglich“, weiß Jugend Eine Welt-Projektpartner P. Luan. „Die von Jugend Eine Welt finanzierten Hilfslieferungen schließen eine akute Versorgungslücke und sichern das tägliche Überleben.“