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    Ein Leben für die Yanomami

      Seit mehr als 50 Jahren widmet die aus Österreich stammende Schwester Maria Wachtler ihr Leben dem Volk der Yanomami in Venezuela. Sie lebt bei ihnen am Oberen Orinoco und sorgt mit den Salesianern Don Boscos für Bildung und eine medizinische Grundversorgung.

      Venezuela: Die Krise trifft die Yamomami besonders hart

        Juni 2016 - Die aktuelle Wirtschaftskrise in Venezuela trifft arme und benachteiligte Bevölkerungsgruppen wie die Yamomami besonders hart. Schwester Maria Wachtler berichtet Jugend Eine Welt in einem Brief über die aktuelle Situation.

        "Auf die Frage, was die Yamomami denn so am meisten besorgt, antworteten alle gleich: der große Hunger. Heuer ist es besonders schlimm, weil die Trockenheit so stark ist und es daher auch im Urwald wenig zu essen gibt und Teile des Waldes immer wieder brennen, auch die Felder. In den letzten Jahren bekamen viele Geld vom Staat und konnten sich so in der Kreisstadt Esmeralda Lebensmittel dazukaufen. Und die Kinder in der Schule bekamen ihre tägliche Mahlzeit. Das merkte man an weniger Krankheiten und Sterbefällen.

        Doch jetzt gibt es leider wenig Lebensmittel in Venezuela und die reichen nicht einmal für die Menschen in den Städten. Da sieht man vor den Supermärkten, Apotheken und überall lange Menschenschlangen stehen, für vielleicht zwei Kilo Brot oder Reis, Mehl oder Seife. Man bekommt ja nur eine begrenzte Menge von dem was es gerade gibt. So ist es selbstverständlich, dass bis Esmeralda sehr wenig übrigbleibt und das wenige von der dortigen Bevölkerung gleich gekauft wird. Zudem kommen keine großen Boote mit Fracht, weil der Fluss zu seicht ist.

        So heißt es jetzt für die Yamomami, dass sie jeden Tag und manchmal auf für einige Wochen in den Wald gehen und dort nach Essbarem suchen. Wir sehen die Familien in der Früh, wenn wir noch unsere Gebete verrichten, an unserem Hof vorbeigehen. Die Frauen mit den Kleinen im Traggurt und den Korb auf dem Rücken und das Buschmesser in der Hand. Die größeren Kinder laufen plaudernd und lachend hinterher. Danach kommen die Männer mit Pfeil und Bogen oder Speeren. Die Flinte, die viele besitzen, nützt ihnen jetzt nichts, weil es keine Munition gibt. Meistens gehen sie dorthin, wo die kleinen Tümpel im Wald noch etwas Wasser haben und die letzten Fischlein leichter zu fangen sind. So um drei Uhr nachmittags kommen sie dann wieder zurück, jede Familie mit einem Bündel Blätter, in denen die kleinen Fische schon bereit zum Rösten sind. Und das ist dann für viele die einzige Mahlzeit am Tag.

        Ein großes Problem ist auch Seife, die kaum mehr zu haben ist. Jetzt, wo sie schon ziemlich gut waschen gelernt haben, ist es schon schade, dass sie keine mehr bekommen... Ich tröste sie immer und sage ihnen, dass wir während des Krieges auch keine bekamen. Aber meine Mutter hat unsere Seife dann selber gemacht. Leider weiß ich nicht wie, und wir haben das, was man dazu braucht, sicher nicht hier. Also wird jetzt nur mit Sand gewaschen.

        Heuer wird alles anders sein. Viele Menschen können nicht zu unseren kirchlichen Feiern kommen, weil es keinen Transport gibt für die, die weiter weg wohnen... Und wir alle wissen: Venezuela ist jetzt nicht mehr das reiche Land mit dem vielen Petroleum. Hier sagen sie: ´Venezuela ist jetzt ein anderes´."

        Das Volk der Yanomami lebt im venezolanisch-brasilianischen Grenzgebiet.
Die rund 35.000 Yanomami bilden die größte indigene Volksgruppe im Amazonas-Gebiet.
Schwester Maria Wachtler beim Unterricht.
Schwester Maria Wachtler ganz rechts.
        Das Volk der Yanomami lebt im venezolanisch-brasilianischen Grenzgebiet.
Die rund 35.000 Yanomami bilden die größte indigene Volksgruppe im Amazonas-Gebiet.
Schwester Maria Wachtler beim Unterricht.
Schwester Maria Wachtler ganz rechts.
        Das Volk der Yanomami lebt im venezolanisch-brasilianischen Grenzgebiet.
Die rund 35.000 Yanomami bilden die größte indigene Volksgruppe im Amazonas-Gebiet.
Schwester Maria Wachtler beim Unterricht.
Schwester Maria Wachtler ganz rechts.
        Das Volk der Yanomami lebt im venezolanisch-brasilianischen Grenzgebiet.
Die rund 35.000 Yanomami bilden die größte indigene Volksgruppe im Amazonas-Gebiet.
Schwester Maria Wachtler beim Unterricht.
Schwester Maria Wachtler ganz rechts.

        80 Jahre und kein bisschen leise!

          Am 5. August 2015 wurde Sr. Maria Wachtler  80 Jahre alt – kein Grund, sich zur Ruhe zu setzen. Jugend Eine Welt gratuliert!

          Maria Wachtler wurde 1935 in Zanegg (Ungarn) nahe der Grenze zum Burgenland geboren, zog mit ihrer Familie später nach Neusiedl am See und trat als 16-Jährige der Ordensgemeinschaft der Don Bosco Schwestern bei. Vor 50 Jahren, im April 1965, wurde sie im Auftrag ihres Ordens in den Regenwald von Venezuela entsandt. Ihr Einsatzort wurde das Flussgebiet rund um den Oberen Orinoco, der Lebensraum der Yanomami.

          Die Yanomami sind eines der letzten noch ursprünglich lebenden Völker der Erde; ein Naturvolk mit uralten Mythen und Riten und einer ganz eigenen Kultur. In Venezuela schätzt man ihre Zahl auf ungefähr 12.000. Sie leben heute noch wie vor hundert Jahren als Selbstversorger. Erst seit 1950 haben sie Kontakt mit der Außenwelt – ein Kontakt, der zahlreiche Probleme mit sich gebracht hat. Goldschürfer und Edelholzunternehmen betrieben massiven Raubbau und bedrohten den Lebensraum der Yanomami. Neben ihren Maschinen brachten sie auch Krankheiten, gegen die die Yanomami nicht immun waren.

          Heute ist das Gebiet der Yanomami geschützt, doch die medizinische Versorgung ist katastrophal. Aus Mangel an ÄrztInnen und Medikamenten sterben viele Yanomami an Malaria und Tuberkulose. Auch der Zugang zu Bildung ist schlecht – doch gerade Bildung bräuchten sie, um auf das immer näher rückende moderne Leben vorbereitet zu werden.

          „Unsere wichtigste Aufgabe ist es, Leben zu erhalten“

          Seit 1960 bauen die Don Bosco Schwestern am Oberen Orinoco ein Projekt der Völkerverständigung auf, das geprägt ist von der Achtung der Ureinwohner – ihnen aber gleichzeitig beim Weg in die Selbstständigkeit helfen soll. Im Geiste Don Boscos steht an erster Stelle die Bildung. Kinder lernen Lesen und Schreiben in Spanisch und in ihrer Sprache Yanomami; Frauen können Nähkurse besuchen und damit ihren Eigenbedarf decken. Weiterer Fokus wird auf die Gesundheit gelegt. Die Yanomami werden mit Moskitonetzen und Medikamenten versorgt und werden auf den Stationen der Schwestern medizinisch grundversorgt.

          Vor dem Hintergrund eines immer schwächer werdenden Sozialsystems, der massiven Inflation im Land und der steigenden Anzahl von Begünstigten wird die Arbeit der Don Bosco Schwestern immer herausfordernder. Doch vor dieser Herausforderung ist Schwester Wachtler nie zurückgeschreckt: „Ich habe meine Arbeit nie als Opfer betrachtet“ sagt sie.

          Projektziel:

          „Unsere Hauptaufgabe sehen wir im Unterricht und in der medizinischen Versorgung. Möglichst viele Yanomami zu taufen ist sicher nicht unser wichtigstes Ziel“, sagt Schwester Maria Wachtler.

          Zielgruppe und Begünstigte:

          Aktuell sind 269 Kinder und Jugendliche der Yanomami in den Schulen der Don Bosco Schwestern. Direkt begünstigt sind mehr als 1.000 Yanomami, die von den Angeboten der Don Bosco Schwestern profitieren.

          Projektaktivitäten:

          • Schulbildung für die Kinder und Jugendlichen
          • Praktische Ausbildung und Unterstützung der Frauen der Yanomami: die Kooperative „Watota“ (Wolle) stellt Kleidung, Hängematten und Moskitonetze für den Eigenbedarf und den Verkauf her.
          • Medizinische Versorgung der Yanomami


          Auf Grund der Abgelegenheit des Einsatzgebietes sind vor allem die Stromversorgung und der Transport die Hauptprobleme der Don Bosco Schwestern. Daher benötigen sie Generatoren, Batterien für Solarpanele, Boote und Außenbordmotoren (die Fortbewegung – etwa zur Schule – erfolgt fast nur über die Flüsse).

          „Für die Hilfe aus Österreich sind wir sehr dankbar“ schreibt Schwester Wachtler – bitte helfen auch Sie!


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