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Liberia nach der Wahl: Jugend braucht dringend Zukunftsperspektiven

    Salesianerbruder Lothar Wagner fordert Bildungs- und Joboffensive für junge Menschen sowie Notunterkünfte und besseren Schutz vor Gewalt.

        Auf den neuen liberianischen Präsidenten George Weah kommen große Herausforderungen zu. Eine der dringendsten ist laut Salesianerbruder Lothar Wagner die Schaffung von Zukunftsperspektiven für die junge Generation. Der langjährige Projektpartner der österreichischen Hilfsorganisation Jugend Eine Welt zeichnet ein düsteres Bild des Status Quo: Tausende Kinder und Jugendliche leben obdachlos auf den Straßen der liberianischen Hauptstadt Monrovia.

          Viele von ihnen sind die Nachkommen von geschätzten 10.000 ehemaligen Kindersoldaten, die nach dem bis 2003 andauernden Rebellenkrieg nicht wieder in ein normales Leben zurückfanden. Andere verloren während der Ebola-Krise im Jahr 2014 ihre Eltern bzw. wurden als Ebola-Überlebende von ihren Angehörigen verstoßen.

          Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit sind aber nicht nur bei Straßenkindern weit verbreitet:"Liberia hat eines der schlechtesten Bildungssysteme der Welt, unglaublich viele Kinder haben noch nie eine Schule von innen gesehen, zahlreiche müssen schon in jungem Alter schwer arbeiten. Entsprechend schlecht sind ihre Chancen auf eine qualifizierte Berufsausbildung und einen guten Job. Die Jugendarbeitslosigkeit wird auf 60 - 80 Prozent geschätzt", so Br. Lothar Wagner. "Abgesehen davon: Was für Chancen haben junge Menschen in einem Land, in dem das Gesundheitssystem völlig zusammengebrochen ist, Polizei und Justiz korrupt sind und mehr als die Hälfte der Bevölkerung an Unterernährung leidet?"

          Bildung, Jobs und Notunterkünfte für junge Menschen
          Vom neuen Präsidenten wünscht sich Br. Lothar vor allem eine engagierten Bildungs- und Joboffensive für junge Menschen. Dringend nötig wären jedoch auch die Schaffung von Notunterkünften sowie mobile Gesundheits- bzw. Beratungsdienste, um die akute Notsituation tausender obdachloser junger Menschen zu lindern, die teilweise sogar in Gräbern schlafen müssen, weil sie sonst kein Dach über dem Kopf haben. Zudem wäre ein konsequentes Vorgehen gegen die weit verbreitete Gewalt an Kindern, die u.a. Kinderprostitution, Zwangsverheiratung, Kinderhandel, sexuelle Gewalt und genitale Verstümmelung umfasst, ein Gebot der Stunde.

          An die Ränder der Gesellschaft gehen
          Die Salesianer Don Boscos sind in Liberia mit mehreren Bildungseinrichtungen und einem Jugendzentrum präsent und wollen ihre Hilfsaktivitäten in Zukunft noch verstärken. Ein besonderes Anliegen sind Br. Lothar Wagner dabei die von der Gesellschaft buchstäblich vergessenen Kinder: Kinder, die wegen kleiner Vergehen jahrelang hinter Gitter wandern, "Friedhofskinder", Straßenkinder, Kinderprostituierte, junge Drogensüchtige.

          "Schule, Ausbildung und ein Dach über dem Kopf sind das eine", sagt der engagierte Sozialarbeiter und Streetworker. "Unser Ordensgründer Don Bosco hat uns vor allem aber auch aufgetragen, jungen Menschen aktiv zur Seite zu stehen, ihnen zuzuhören und an ihrem Leben Anteil zu nehmen. Und Papst Franziskus ruft seine Kirche unermüdlich dazu auf, an die Ränder der Gesellschaft zu gehen - diesen Ruf sollten wir ernst nehmen. Ich persönlich werde nie den Blick eines Jungen vergessen, dem ich auf dem Friedhof von Monrovia begegnet bin. Er sah mich aus der Tiefe eines Grabes an, in dem er die Nacht verbracht hatte. Und nach einer Weile lächelte er. Es sagte nichts, aber mit diesem Lächeln gab er mir die Erlaubnis, näherzukommen und seine Welt kennenzulernen. Das hat meine Entscheidung, mich um die vergessenen Kinder von Liberia zu kümmern, noch weiter bestärkt."

          Jugend Eine Welt wird Br. Lothar Wagner auf diesem Weg auch in Zukunft nach Kräften unterstützen.

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