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Weltarmutstag: Wo bleibt der österreichische Umsetzungsplan für die neuen UN-Weltziele?

    Bis zum Jahr 2030 sollen Armut, Ungleichheit und Umweltzerstörung signifikant eingedämmt werden: Das hat sich die Weltgemeinschaft im September 2015 mit dem Beschluss der "Agenda 2030" zum Ziel gesetzt. Von einem Umsetzungsplan, wie die 17 "Nachhaltigen Entwicklungsziele" (Sustainable Development Goals/SDGs) in Österreich umgesetzt werden sollen, fehlt jedoch auch nach mehr als einem Jahr jede Spur. Das kritisiert die Hilfsorganisation Jugend Eine Welt anlässlich des Internationalen Tags gegen Armut am 17. Oktober.

    "Weltweit leben 836 Millionen Menschen in extremer Armut. Wenn Millionen von ihnen das nicht mehr hinnehmen wollen und sich auf den Weg in die reichen westlichen Länder machen, kann die Antwort nicht das Hochziehen von Zäunen und eine minimale Aufstockung der Entwicklungshilfe sein. Stattdessen wäre die konsequente Bekämpfung von Armut, die Beendigung ausbeuterischer und unfairer Handelsbeziehungen bzw. eine kohärente Abstimmung von Handels- und Entwicklungspolitik ein Gebot der Stunde", so Jugend Eine Welt Vorsitzender Reinhard Heiserer.

    Neue Plattform "SDG-Watch" gegründet
    Um die Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele europaweit voranzutreiben, wurde am 13. Oktober in Brüssel die zivilgesellschaftliche Plattform "SDG Watch Europe" gegründet, der 75 Organisationen, darunter der europäische Dachverband der Hilfsorganisationen CONCONRD, angehören. Jugend Eine Welt ist Teil der österreichischen SDG-Arbeitsgruppe.

    (Aus-)Bildung überwindet Armut
    Ein besonderes Anliegen der Hilfsorganisation, die weltweit Don Bosco Bildungsprojekte für benachteiligte Kinder und Jugendliche unterstützt, ist das vierte Ziel der Agenda 2030. Es sieht inklusive, gerechte und hochwertige Bildung sowie Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle Menschen vor und ist auch in Österreich noch viel zu wenig umgesetzt.

    Dabei sind es insbesondere Bildung und Ausbildung, die es Menschen ermöglichen, dem Teufelskreis der Armut zu entkommen. Vor allem Jugendliche mit Migrationshintergrund bzw. Flüchtlinge bräuchten mehr Unterstützung. "Der Anteil von jungen Menschen im Alter von 16 bis 29 Jahren, die weder eine Schule besuchen, noch eine berufliche Ausbildung machen oder einer Arbeit nachgehen, lag 2015 bei Inländern bei 8,9 Prozent, bei Ausländern aber bei erschreckenden 21 Prozent.

    Umso unverständlicher ist für uns, dass die neu beschlossene Ausbildungspflicht nicht für jugendliche Asylwerber gelten soll", erklärt Heiserer. "Eine ernst gemeinte Umsetzung der neuen Agenda 2030 in Österreich würde bedeuten, die Ursachen von Armut konsequent zu bekämpfen. Und da kommt man um eine ernst gemeinte Reform unseres Bildungssystems sicher nicht herum."


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