
Johannes Bosco, geboren 1815 im italienischen Piemont, war der Sohn eines katholischen Tagelöhners und Kleinbauern. In Italien gab es zu seiner Zeit Hungersnöte, Kinderarbeit und Straßenkinder, wie wir sie heute in vielen Großstädten Asiens, Afrikas, Lateinamerikas oder Osteuropas finden.
Aufgrund seiner Armut konnte er erst mit 15 Jahren eine Schule besuchen, die damals Geld kostete. Er arbeitete deshalb nebenbei als Kellner, Schmied, Schneider und Knecht. Nach seinem Schulabschluss trat er in Turin ins Priesterseminar ein und wurde 1841 zum Priester geweiht. In Turin lernte er die Elendsquartiere der Arbeiter zur Zeit der Industrialisierung kennen und traf in den Straßen überall auf hungernde und verwahrloste Kinder. Der junge Priester begann mit minderjährigen Sträflingen zu arbeiten und besuchte Besserungsanstalten und Krankenhäuser.
Später pachtete er für die Straßenkinder ein Stück Land, baute darauf eine Schule, eine Lehrwerkstatt, eine Kirche und einen Spielplatz. Dieses Jugendzentrum (Oratorium) wurde Vorbild für die Don Bosco Zentren in aller Welt. Don Bosco versuchte, die jungen Menschen nicht über den Kopf sondern über das Herz zu erreichen. Sein Programm: Die Fähigkeiten der Jugendlichen mit Liebe, Verständnis und Humor entwickeln und sie durch Schule, Ausbildung und christliche Werte zu verantwortungsbewussten, selbständigen Menschen zu machen.
Im Jahr 1859 entstand die neue Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos. Und 1872 gründete Don Bosco gemeinsam mit Maria Mazzarello die Don Bosco Schwestern. Die Salesianer Don Boscos und die Don Bosco Schwestern gehören heute zu den größten Ordensgemeinschaften der Welt! Ihre Tätigkeitsbereiche sind vielfältig, aber immer auf junge, benachteiligte Menschen hin ausgerichtet. Darunter sind auch Betroffene von HIV/AIDS und Malaria, Kindersklaven, Kindersoldaten und Kinderprostituierte sowie jugendliche Opfer des illegalen Organhandels.