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    Erstes Kinderbuch über die Weltziele


    Ein Lesetipp

      Broschüre: 17 Ziele für eine bessere Welt


      Eine Broschüre für die Sekundarstufe II, Jugendarbeit und Erwachsenenbildung zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung.

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        17 Ziele - Lern- und Unterrichtsmaterialien


        Der Verein BAOBAB, der zentraler Lern- und Kommunikationsort zu Globalem Lernen in Österreich, bei dem auch Jugend Eine Welt Mitträger ist, stellt in seiner aktuellen Zeitschrift zu den 17 neuen Nachhaltigkeitszielen (SDGs - die Sustainable Development Goals) eine kleine Auswahl an Unterrichtsmaterialien und Filmen zu den einzelnen Zielen für die VS, SEK I und II sowie die Erwachsenenbildung vor.

        Download der Zeitschrift hier

          AGENDA 2030 - neue Entwicklungsziele für die Welt - die SDGs

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              Nachhaltigkeitswoche: SDGs umsetzen – Aber wie?“

                Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele in Österreich "wie bei Wiener Walzer"

                01. Juni 2017 - Die Frage nach der Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs/Agenda 2030) in Österreich und anderen europäischen Ländern stand am 1. Juni im Zentrum einer Veranstaltung im Haus der Europäischen Union in Wien, die anlässlich der europäischen Nachhaltigkeitswoche vom Dachverband der Hilfsorganisationen AG Globale Verantwortung, ÖKOBÜRO und EU-Umweltbüro organisiert wurde. Jugend Eine Welt war als Mitglied der zivilgesellschaftlichen SDG-Arbeitsgruppe unter den Mit-Diskutanten.

                Nach der Begrüßung durch "Hausherr" Georg Pfeifer vom Informationsbüro des Europäischen Parlaments in Österreich gab Dr. Ingeborg Niestroy (International Institute for Sustainable Development bzw. SDG Watch Europe) ein update zum Stand der Umsetzung der SDGs in Europa. Während 2016 erst 4 EU-Mitgliedstaaten sowie die Schweiz und Norwegen einen freiweilligen Bericht über ihre Umsetzung gemacht hätten, würden 2017 bereits 10 Staaten berichten. "Ich bin enttäuscht, dass Österreich nicht dabei ist."

                Die Nachhaltigen Entwicklungsziele seien ein vernetztes System. Es sei zentral, die einzelnen "Silos" dazu zu bringen, miteinander zu tanzen - wie bei einem Wiener Walzer - und Politikkohärenz zu erreichen.

                Tschechische Republik: ambitionierte Umsetzungsstrategie
                Aneta Haimannová berichtete über die im April beschlossene ambitionierte Nationale Umsetzungsstrategie der Tschechischen Republik, die Maßnahmen in sechs Schlüsselbereichen vorsieht. Ein im Amt des Premierministers angesiedeltes Team ist mit der Koordination von "The Czech Republic 2030" befasst, auch das Parlament ist involviert. Ein erster internationaler Umsetzungsbericht soll bereits heuer erfolgen.

                Um die Öffentlichkeit für die neuen Weltziele zu sensibilisieren, wurden Preise für besonders erfolgreiche nachhaltige Projekte verliehen, die vom Publikum über Social Media vorgeschlagen werden konnten. Dabei wurde jedes der 17 SDGs von ein/em Prominenten symbolisiert. Die Organisatoren konnten sich mehr als 200 Projekt-Einreichungen freuen - gerechnet hatte man nur mit rund 50.

                Finnland: vorbildliche Berichtslegung
                Über die Umsetzung der SDGs in Finnland sprach Jussi Kanner, Koordinator der finnischen Nachhaltigkeitsplattform KEHYS. Auch in Finnland gibt es bereits einen nationalen Umsetzungsplan mit acht Unterzielen, ein erster freiwilliger internationaler Bericht wurde bereits 2016 gelegt. Nationale Umsetzungsberichte sind jeweils am Ende einer Regierungsperiode vorgesehen, d.h. in einem 4-Jahres-Zyklus vor Neuwahlen.

                Österreich: keine nationale Strategie, Bericht erst 2020
                Dr. Norbert Feldhofer vom Bundeskanzleramt und Sylvia Meier-Kajbic vom Außenministerium berichteten im Anschluss über den Stand der SDG-Umsetzung in Österreich. Dr. Feldhofer nannte als Beispiele für Bereiche, in denen Österreich Aufholbedarf hätte, Bildung und Geschlechtergerechtigkeit. Im Bereich Saubere Energie (SDG 7) sei Österreich hingegen "gut aufgestellt".

                Es ginge im aktuellen Mainstreaming-Ansatz vor allem darum, das Thema Nachhaltigkeit verstärkt in existierende bewährte Strukturen zu integrieren, so Feldhofer. Mittlerweile sei eine Interministerielle Arbeitsgruppe und eine Homepage geschaffen worden, auch SDG-Focal Points wurden in allen Ministerien installiert. 2016 hätte man sich gegen eine Nationale Gesamtstrategie ausgesprochen, die ja "ähnlich wie ein Regierungsprogramm" ausfallen könne. Nicht auszuschließen, dass das Thema am Beginn eines neuen Regierungs-Zyklus neu aufgemacht werden könnte...

                Ein erster internationaler Umsetzungs-Bericht ist aus heutiger Sicht jedenfalls erst für 2020 geplant. Sylvia Meier-Kajbic betonte, es sei eine wichtige Aufgabe, die SDGs in die tägliche Politik zu integrieren; die Überwindung von Silodenken und das Herstellen möglichst großer Kohärenz sei dabei immer wieder eine Herausforderung. Sie kündigte ein unter Berücksichtigung der SDGs neu strukturiertes Dreijahresprogramm der österreichischen Entwicklungspolitik ab 2019 an, bei dessen Ausarbeitung auch NGOs beteiligt werden sollen.

                Wie bei Wiener Walzer
                Bei der anschließenden Diskussionsrunde fragte Jugend Eine Welt nach, ob es in Tschechien bzw. Finnland eine/n hochrangige/n SprecherIn bzw. Staatssekretärin gäbe, die den SDGs ein "Gesicht und eine Stimme in der Öffentlichkeit" verleihen und wie groß die jeweiligen SDG-Koordinations-Teams seien?

                In beiden Fällen nimmt der Premierminister diese Aufgabe selbst wahr und sehr ernst. Die Größe der SDG-Koordinationsbüros variiert stark: Während es im tschechischen Büro 14 MitarbeiterInnen gibt, sind es in Finnland nur "2 - 3".

                Eine zweite Frage von Jugend Eine Welt galt dem Thema Bildung: Werden die neuen Weltziele im Regelunterricht behandelt, existieren entsprechende Schulmaterialien? Auch hier gibt es Unterschiede: Während die tschechische Vertreterin sich über "viel Finanzierung für Globales Lernen" freute, sind in Finnland zu wenige Ressourcen vorhanden.

                In Österreich stehen Fachorganisationen wie Südwind, Zentrum polis oder die von Jugend Eine Welt mitgetragene entwicklungspolitische Bildungsstelle BAOBAB engagierten LehrerInnen mit Informationsmaterial zur Seite - häufig mit Unterstützung der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit. Bezüglich der Behandlung der neuen Weltziele im normalen Regelunterricht gibt es noch Raum nach oben.

                "Um auf den Vergleich mit dem Wiener Walzer zurückzukommen - dieser beginnt sanft und langsam, wird dann aber im 2. Teil schnell und schwungvoll. Bei den SDGs sind wir in Österreich halt noch in der Anfangsphase!," schloss Dr. Feldhofer mit einem humorvoll optimistischem Ausblick.

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                      Videobotschaft: Bundespräsident Dr. Heinz Fischer und Reinhard Heiserer zu den neuen Entwicklungszielen

                      Im September 2015 wurden sie von der UN-Generalversammlung beschlossen und bis 2030 sollen sie umgesetzt werden: 17 neue globale Ziele gegen Armut, Ungleichheit und den Klimawandel, die so genannten "Nachhaltigen Entwicklungsziele" (Sustainable Development Goals/SDGs). Sie gelten für alle Staaten und haben ungeheures Potenzial, unsere Welt zum Besseren zu verändern.

                      In einer historischen Rede rief Papst Franziskus beim Beschluss der Entwicklungsziele in New York dazu auf, Gottes Schöpfung zu bewahren. Er verurteilte das Streben nach immer mehr Geld und Macht und die weit verbreitete "Wegwerfkultur", die Menschen, die als "unbrauchbar" gelten, ins Abseits drängt und die Natur nur als Ware ansieht.

                      Jugend Eine Welt ist es ein großes Anliegen, dass die Agenda 2030 verwirklicht wird - auch in Österreich. Dabei liegt uns das neue Entwicklungsziel 4 besonders am Herzen, bei dem es um inklusive, gerechte und hochwertige Bildung und die Möglichkeit für lebenslanges Lernen für alle Menschen geht. Immer wieder sind wir diesbezüglich in Kontakt mit politischen EntscheidungsträgerInnen, arbeiten im SDG-Forum der österreichischen Hilfsorganisationen mit und organisieren Aktionen und Veranstaltungen.

                      Bildung hilft allen weiter

                      Im Laufe seiner Amtszeit hat sich Bundespräsident Dr. Heinz Fischer immer wieder für eine Stärkung der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit eingesetzt. Nun appelliert er an alle ÖsterreicherInnen, "Botschafter und Botschafterinnen für die neuen Entwicklungsziele zu werden". Gemeinsam mit ihm traten Reinhard Heiserer von Jugend Eine Welt sowie Katharina und Payam von "SOS Kinderdorf" vor die Kamera und sprachen darüber, warum das neue Bildungsziel 4 so wichtig ist: "Bildung und lebenslanges Lernen hilft uns allen weiter - Bildung ist der Zugang zu einem besseren Leben!"


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