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Cindy mit Sr. Maria Victoria Sta. Ana
Bus des Kinderschutzzentrums Laura Vicuña in Manila
Cindy mit Sr. Maria Victoria Sta. Ana
Bus des Kinderschutzzentrums Laura Vicuña in Manila

Vertrauen neu lernen: Hoffnung für Straßenkinder auf den Philippinen

    Jugend Eine Welt freute sich, anlässlich des „Tag der Straßenkinder 2015“  zwei Ehrengäste von den Philippinen begrüßen zu dürfen. Bei mehreren Veranstaltungen in Österreich, Deutschland und Südtirol berichteten sie vom harten Schicksal der Straßenkinder auf den Philippinen und wie es gelingt, ihr Schicksal wieder zum Guten zu wenden:

    Sr. Maria Victoria Sta. Ana
    ist seit 25 Jahren Don Bosco Schwester. Sie ist Leiterin der Laura Vicuña Stiftung sowie des von Jugend Eine Welt unterstützten Kinderschutzzentrums Laura Vicuña in Manila, wo Mädchen, die Opfer von sexueller Ausbeutung und Gewalt wurden, ein neues Zuhause finden. Gleichzeitig ist Schwester Maria Victoria das für Asien zuständige Vorstandsmitglied des internationalen Netzwerkes „Talitha Kum“, in dem Ordensschwestern weltweit zusammenarbeiten, um Menschenhandel zu bekämpfen.

    Ehrengast Cindy  ist 21 Jahre alt und stammt von der Insel Leyte im Süden der Philippinen. Cindy kam im Alter von 8 Jahren ins Laura Vicuña Zentrum – davor lebte sie jahrelang mit ihrem Vater auf der Straße. Dieses Frühjahr wird sie ihr Studium der Grundschulpädagogik abschließen, danach möchte sie Volksschullehrerin werden.

    Veranstaltung im Don Bosco Haus, Wien

    Bei einer gut besuchten Veranstaltung, die am 22. Jänner im Don Bosco Haus in Wien stattfand, erzählte Cindy von ihrem Leben als Straßenkind.  Sie berichtete von ihrem „zerbrochenen Zuhause“ und wie sie mit ihrem Vater auf der Straße vom  Müllsammeln und Betteln lebte. Dass sie in einem Handwagen wohnten und nur duschen konnten, wenn die Feuerwehr vorbeikam. Dass sie an Tuberkulose,  Lebensmittelvergiftungen und Hautkrankheiten litt. Dass man ihr Drogen zu schnüffeln gab, wenn es kein Essen gab. Und wie sie schließlich nach einer Vergewaltigung von ihrer Mutter ins Krankenhaus gebracht wurde. „Dann kam die Hoffnung“ erzählte sie. Denn ein Sozialarbeiter überwies das kleine Mädchen ins Laura Vicuña Kinderschutzzentrum. „Am Anfang hasste ich alle Menschen und die ganze Welt!“ erinnert sich Cindy. Die Liebe der Schwestern und die behutsame Begleitung von Sozialarbeiterinnen und Psychotherapeutinnen halfen ihr, langsam wieder Vertrauen zu fassen. Heute will sie anderen Kindern helfen, denen es ähnlich geht wie ihr damals. Und auf ihrer ersten Reise ins Ausland an die Menschen im Westen appellieren, Gewalt an Kindern niemals zu tolerieren.

    „Wir wurden zu Straßenschwestern“

    Sr. Maria Victoria begleitet Cindy seit vielen Jahren – insgesamt hat das Laura Vicuña Kinderschutzzentrum  seit seiner Gründung  im Jahr 1991 rund 600 Mädchen betreut. „In den 80er Jahren war das Problem der Straßenkinder so groß, dass wir reagieren mussten!“, berichtete Sr. Maria. „Wir wurden zu Straßenschwestern,  zu Freundinnen der Straßenkinder. Und wir luden sie ein, mit uns zu kommen. Bald erkannten wir, dass zwar viel mehr Jungen als Mädchen auf der Straße waren, dass die Mädchen aber ein spezifisches Problem hatten: Die meisten von ihnen wurden sexuell missbraucht. Und zwar nicht nur auf der Straße, auch in ihrem Zuhause, von ihren Vätern, Großvätern und Cousins. Wir gehen heute davon aus, dass rund 60.000 Mädchen sexuellen Missbrauch erleben. Das Problem wird leider immer größer und die Mädchen werden immer jünger.“   Nach den Ursachen für diese Entwicklung befragt, nannte Sr. Maria neben Armut und Unwissenheit auch „moralischen Verfall“. Anders sei es nicht zu erklären, dass sogar schon 3-jährige Mädchen missbraucht werden.

    Die Laura Vicuña  Foundation, die neben Manila noch 3 weite Standorte hat, arbeitet eng mit offiziellen Stellen und der Polizei zusammen und ist gut mit anderen Kinderschutzorganisationen vernetzt.  Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit gilt der Prävention:  Regelmäßig fahren Schwestern und Sozialarbeiterinnen mit der „Mobilen Kinderklinik“ in besonders gefährdete Stadtteile und klären über Gefahren wie Menschenhandel und Pornographie auf. Sie freuen sich sehr, dass Jugend Eine Welt eine neue Mobile Kinderklinik finanziert hat. Zudem soll mit Hilfe der österreichischen Hilfsorganisation der Ausbau des Kinderschutzzentrums finanziert werden, damit in Zukunft 100 Mädchen betreut werden können.

    TIPP:  

    Cindys Geschichte - Hier können Sie den berührenden Redebeitrag  lesen, den Cindy für die Veranstaltung in Wien vorbereitet hat. Zur Geschichte von Cindy

    Bitte helfen Sie uns helfen, damit noch mehr Mädchen, die Schreckliches erlebt haben, im Laura Vicuña Kinderschutzzentrum ein Zuhause finden können.

    Spendenkonto Jugend Eine Welt
    Raiffeisen Landesbank Tirol
    IBAN: AT66 3600 0000 0002 4000,
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