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    Haiti: Mit Bildung gegen Hunger und Gewalt

      Nur einen Steinwurf ist Haiti vom tropischen Urlaubsparadies Dominikanische Republik entfernt. Doch von Ferien unter Palmen können die Menschen auf der Westseite der karibischen Insel nur träumen. Denn Haiti ist eines der ärmsten Länder der Erde: Mehr als ein Jahr nach der Vertreibung des korrupten Präsidenten Jean Bertrand Aristide haben Armut, Gewalt und Anarchie das Land fest im Griff. Bewaffnete Banden ziehen durch die Straßen der Städte und schießen auf alles, was sich bewegt. Strom gibt’s nur ein paar Stunden am Tag, höchstens ein Viertel der Bevölkerung hat sauberes Trinkwasser. Zusätzlich fegte ein tropischer Wirbelsturm im September letzten Jahres über den Kleinstaat und sorgte dafür, dass viele Menschen ihr letztes Hab und Gut verloren. Die fatalen Folgen: 62 Prozent der Haitianer sind nach Angaben der Vereinten Nationen unterernährt, die Hälfte der Bevölkerung kann weder lesen noch schreiben.

      Kinder gelten als Freiwild – jeder darf sie verprügeln oder ausbeuten

      Am meisten betroffen sind die Kinder. In Haitis Hauptstadt Port-au-Prince leben mindestens 3000 Jungen und Mädchen in Straßengräben, Kanälen oder unter Plastikplanen. „Sie sind völlig auf sich allein gestellt,“ sagt Pater Atilio Stra (68).  „Haben kein Dach über dem Kopf, wühlen in Abfällen oder Mülltonnen auf der Suche nach Essbaren.“ Wenn die Kinder betteln, treten die Menschen nach ihnen. „Sie gelten als Freiwild, sind Kriminellen ausgeliefert. Die richten die Kinder zum Stehlen ab, misshandeln oder töten sie.“

      Der Salesianer weiß, wovon er spricht. Seit mehr als 30 Jahren leitet der gebürtige Italiener zwei Auffanglager für Straßenkinder in den Slumgebieten von Port-au-Prince. 900 Kinder und Jugendliche von acht bis 15 Jahren bekommen dort einen Platz zum Schlafen und eine warme Mahlzeit am Tag. Ein Fünftel der Straßenkinder im Zentrum sind Mädchen, darunter viele Prostituierte.  „Kriminelle vergewaltigen die Mädchen, schicken sie auf den Strich. Viele sind schwanger, haben Kinder oder leiden an Geschlechtskrankheiten.“

      Täglicher Einsatz unter Lebensgefahr

      Um diesen Kindern Hilfe anzubieten, sind die Mitarbeiter von Pater Atilio Tag und Nacht unterwegs. Sie sprechen die Kinder auf der Straße an, erzählen ihnen von den Angeboten der Salesianer. Ein mörderischer Job: „Letzte Woche sind zwei Sozialarbeiter erschossen worden,“ sagt Pater Atilio. „Wir werden bedroht, weil wir den florierenden Kinderhandel stören.“

      In den Straßenkinderzentren werden alle Jugendlichen aufgenommen, die Hilfe brauchen.  Aber die Salesianer stellen Bedingungen: Die Mädchen und Jungen müssen sich verpflichten, lesen und schreiben zu lernen, die Älteren eine Berufsausbildung machen. Zum Beispiel als Tischler, Schneider oder Kosmetikerin. „Mit einem Schulabschluss oder einer Ausbildung können sie später ihr Leben selbst in die Hand nehmen,“ sagt Pater Atilio zur Begründung. Mehr noch: Die Kinder lernen bei den Salesianern, ihr zerstörtes Selbstwertgefühl aufzubauen, den Tagesablauf zu strukturieren und Konflikte friedlich zu lösen.

      Bildungsangebote gibt’s gleich nebenan. In der salesianischen Berufsschule „Enam“ (Ecole Nationale des Arts et Metiers) machen derzeit 1200 Jungen und Mädchen eine dreijährige Ausbildung zum Schreiner, Schlosser, Klempner oder Installateur. Warum besuchen sie nicht die staatlichen Schulen? „In Haiti gibt’s kaum Lehrer,“ sagt Direktor Olibrice Zucchi SDB (52). „Die sind ausgewandert oder haben den Job gewechselt, weil ihr Gehalt nicht zum Leben reicht. Die Schulgebäude sind total verfallen.“

      Lehrer sind ausgewandert, Schulen verfallen

      Dem Bildungsmangel begegnen die Salesianer mit Phantasie und Improvisationstalent. An 54 Orten der Stadt haben sie die „Kleinen Schulen“ errichtet. Unter freiem Himmel oder in einer Wellblechhütte unterrichten hier alphabetisierte haitianische Väter und Mütter je 20 bis 30 Kinder stundenweise im Lesen und Schreiben. Der Unterricht ist kostenlos, die Lehrer erhalten Lebensmittel als Lohn. Und: Für alle Schüler gibt’s ein Mittagessen. „Das Essen ist der Anreiz für die Eltern, die Kleinen zur Schule zu schicken,“ sagt Pater Olibrice.

      Die Programme der Ordensleute beschränken sich nicht nur auf die Hauptstadt. In Pétion Ville, einem Vorort von Port-au-Prince, bietet Pater Simon Marie Joseph (75) Straßenkindern im Jugendheim „Timkatec“ ein neues Zuhause.

      „Wer Respekt vor anderen gelernt hat, greift nicht zur Waffe“

      Früher ein Nobel-Kurort mit berühmten Hotels, ist Pétion Ville heute ein beliebter Zufluchtsort für Menschenhändler, Drogenkuriere und Diebe. Doch das schreckt Pater Simon nicht. 120 Jugendliche aus gewalttätigen Familien und ehemalige Junkies hat der Haitianer in einem Einfamilienhaus untergebracht, das früher seiner Familie gehörte. „Meine Eltern und Geschwister hat der Ex-Diktator vertrieben. Deshalb habe ich es für die Kinder hergerichtet,“ sagt Pater Simon. Sein Plan: Der Bau einer Elektro-Werkstatt im Erdgeschoss. „Durch die Stromschwankungen gehen die Elektrogeräte ständig kaputt. So eine Ausbildung hat Zukunft.“

      Mit Bildung schafft Haiti den Sprung aus Armut und Gewalt – davon ist der Priester überzeugt. „Wer lesen und schreiben kann, fällt nicht auf Betrüger herein. Wer Respekt vor anderen gelernt hat, greift nicht zur Waffe. Und wer ein Handwerk beherrscht, kurbelt die Wirtschaft an – der erste Schritt zur Normalität.“
      © Jean Paul Muller, Don Bosco Mission

       

      Helfen sie mit, Hunger und Gewalt durch Bildung zu bekämpfen.

       

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