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"Viele haben alles verloren"


Projektpartner Shyjan Job war im Oktober 2016 auf Besuch in Österreich und berichtete dabei über die aktuelle Situation im Südsudan. Mehr

    Aufruf Hungerhilfe


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      Hunger und Krieg im Südsudan - ein neuerlicher Hilferuf an die Welt

        UN haben für Teile des Landes den Hungernotstand ausgerufen

        Hinweise, Warnungen und Hilfsaufrufe gab es bereits im Sommer 2015. Im Februar 2017 sind nun die schlimmsten Befürchtungen eingetreten: Für Teile des Südsudans ist nun offiziell eine Hungersnot ausgerufen worden. Die Vereinten Nationen warnen erneut vor den katastrophalen Auswirkungen des seit Jahren im Land tobenden Bürgerkrieges und der zusammenbrechenden Wirtschaft auf die Lebensmittelversorgung.

        Nach Angaben der UN sind rund 100.000 Menschen akut gefährdet. Etwa eine Million Südsudanesen seien am Rande des Verhungerns, gut 4,9 Millionen brauchen dringende Unterstützung. Von einer akuten Hungersnot sprechen den UN, wenn schon Menschen an Unterernährung gestorben sind.

        Bürgerkrieg und seine Folgen
        Der Südsudan ist das jüngste Land der Erde. Im Juli 2011 beging der Südsudan mit großer internationaler Unterstützung seine Unabhängigkeit. Doch seit Ende 2013 verwüstet ein neuerlicher Bürgerkrieg zwischen dem Präsidenten Salva Kiir und seinem ehemaligen Vize Riek Machar das afrikanische Land. Nach einer kurzen "friedlichen Phase" flammten die Auseinandersetzungen im Sommer 2016 erneut heftig auf (siehe weiter unten).

        Mit schlimmen Folgen für die rund 11 Millionen Einwohner. Die blutigen Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen haben bereits unzählige Tote gefordert. Plünderungen und Brandschatzungen haben mehr als zwei Millionen Menschen aus ihren Häusern vertrieben. Sie fliehen in andere Landesteile oder in Nachbarländer wie Uganda oder Kenia und leben vielfach in Flüchtlingscamps. Deshalb konnten auch viele Felder nicht bestellt werden - was zu Ernteausfällen geführt und somit die Hungerkrise weiter verschärft hat.

        Vielfach ist im Land auch die Infrastruktur zusammengebrochen: Straßen und Versorgungswege sind blockiert oder zerstört. Die Preise für Lebensmittel sind extrem gestiegen. Ebenso wie jene für Medikamente, die teilweise auch nicht mehr vorhanden sind.

        Projektpartner von Jugend Eine Welt helfen
        „Die Versorgung der Menschen mit Essen ist zu unserem wichtigsten Hilfsziel geworden, der Bedarf an Lebensmitteln wird immer größer“, berichtet Salesianerpater Paul Antimi aus Juba, der Hauptstadt des Südsudans. Im 11 Kilometer entfernten Ort Gumba haben die Salesianer Don Boscos, deren Projekte für Kinder von Jugend Eine Welt unterstützt werden, auf ihrem Gelände ein behelfsmäßiges Flüchtlingslager eingerichtet. Waren es im vergangenen Sommer an die 10.000 Menschen, die direkt unterstützt wurden, sind es im Frühjahr 2017 bereits rund 18.000. Vor allem Familien, Frauen und Kinder leben im Camp. Die Menschen erhalten Planen und Bambus für Zelte, Kochgeschirr, Reinigungsmittel sowie Hygieneartikel und Lebensmittel.

        Auch die Bevölkerung in den umliegenden Dörfern werden mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt. Doch die Kapazitäten werden langsam knapp. Ähnlich sei die Lage in weiteren Camps der Salesianer im Land, etwa in Wau. Dort sind die Flüchtlinge in der Kirche und einer Mehrzweckhalle untergebracht.

        Ein großer Teil der helfenden internationalen NGOs haben unterdessen das Land nach den neuerlichen Konflikten verlassen. Internationale Hilfe ist aber dringend notwendig. Allerdings gibt es teilweise große Schwierigkeiten, Hilfsgüter zu den hungernden Menschen zu bringen, weil Transporte von den Konfliktparteien nicht durchgelassen werden.

        Die Hilfsorganisation Jugend Eine Welt ruft in Österreich dazu auf, für die Beschaffung von Lebensmitteln im Südsudan zu spenden. 

        Bitte helfen Sie uns helfen, damit die Menschen im Südsudan mit ausreichend Essen versorgt werden können!

        Spendenkonto Jugend Eine Welt
        Kennwort: Hungerhilfe Südsudan
        Raiffeisen Landesbank Tirol
        IBAN: AT66 3600 0000 0002 4000,
        BIC/SWIFT: RZTIAT22

          Kein Frieden im Südsudan

          Schon bald nach der Unabhängigkeit des Südsudans 2011 kam es ab Ende 2013 zu den Auseinandersetzungen zwischen Präsident Salva Kiir und seinem ehemaligen Vize Riek Machar. Im Spätsommer 2015 kam es nach massiven internationalem Druck zu einem Friedensabkommen zwischen den Streitparteien. Dieses schien jedoch durch weitere Kämpfe immer wieder bedroht. Im April 2016 verkündete Präsident Kiir, das Riek Machar wieder sein Vize sei.

          Doch im Juli 2016 kam es in der Hauptstadt Juba zu neuerlichen Kämpfen zwischen den Regierungstruppen von Präsident Silva Kirr und Rebellen, rund 300 Menschen starben dabei. Seither ist zwar der Bürgerkrieg im Land nicht wieder völlig ausgebrochen. Der Machtkampf zwischen Präsident Silva Kirr und dem früheren Vizepräsident und Rebellenführer Riek Machar ist nur scheinbar beendet.

          Machar selbst ist ins Ausland geflüchtet, doch seine Rebellen agieren weiterhin im Lande. Immer wieder kommt es zu Zusammenstößen mit Toten und Verletzten. Zudem haben sich verschiedene Milizen gebildet, die allesamt die unterschiedlichsten Interessen verfolgen. "Im Sudan trägt jeder eine Uniform und hat eine Waffe. Die Rebellen beschuldigen die Armee, die Armee die Rebellen. Südsudanesen töten Südsudanesen, Christen töten Christen", schildert Salesianerpater David Tulimelli die Lage.

          Die Hauptursache für den Hunger im Land ist nicht das Klima. Durch die ständigen Auseinandersetzungen der verschiedenen Gruppen, verbunden mit Plünderungen und blutigen Säuberungsaktionen, sind ganze Landstriche verlassen. Das heißt, die Menschen, die zum Beispiel jetzt in der Regenzeit auf den Felder aussäen und diese bestellen sollten, sind nicht vorhanden. Oder sie werden daran gehindert, auf ihre Felder zu gehen. Die Produktion von Nahrungsmitteln im Land fällt damit zu einem großen Teil aus.

          Die Situation im Südsudan bleibt weiter instabil. Wann in dem Land Frieden und Stabilität einkehren soll, steht wohl in den Sternen.


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