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Sam Embale im Interview mit "kathpress"


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    Große Sorgen im Flüchtlingslager Kakuma


      Die Salesianer Don Boscos sind in Kenia nach dem Staat der wichtigste Anbieter beruflicher Bildung für junge Menschen. Auch im riesigen Flüchtlingslager Kakuma, das im Nordosten des Landes in der Wüste Turkana liegt, bieten sie Berufsbildungskurse an - seit 1992. Das Lager, das ursprünglich für 90.000 Flüchtlinge errichtet wurde, wird mittlerweile von mehr als 190.000 Menschen bewohnt.

      Und täglich kommen rund 1.000 weitere dazu, berichteten Salesianerpater Frederick Swai und sein Mitarbeiter Sam Èbalé bei ihrem Besuch bei Jugend Eine Welt im Oktober 2016. Die meisten Flüchtlinge stammen aus dem krisengeschüttelten Südsudan, andere aus Äthiopien, Somalia, Uganda, der Demokratischen Republik Kongo, Burundi oder Ruanda.

      Auflösung des Lagers in Dadaab
      Derzeit sind die Salesianer in großer Sorge, dass die Regierung von Kenia ihre - leider sehr ernstzunehmende - Ankündigung wahr macht und im November das größte Flüchtlingslager der Welt aus Sicherheitsgründen schließt: Dadaab im Osten des Landes. Mehr als 300.000 Flüchtlinge leben zur Zeit in dem bereits 1991 eröffneten Lager. Viele wurden im Lager geboren. Die meisten können sich nicht vorstellen, nach Somalia zurückzukehren, viele fürchten die Gewalt der Al-Shabaab. Ob sie innerhalb Kenias umgesiedelt werden können, ist ungewiss.

      Jedenfalls plant die kenianische Regierung eine Erweiterung des Wüstenlagers Kakuma: ein großes Gelände wurde dafür bereitgestellt. "Wir machen uns große Sorgen, dass zusätzliche Flüchtlinge aus Dadaab zu uns kommen könnten, denn schon jetzt sind unsere Kapazitäten mehr als ausgelastet", so Pater Frederick.

      3.000 Ausbildungsplätze
      Don Bosco kümmert sich derzeit im Auftrag des UN-Flüchtlingshilfswerkes UNHCR in vier Lagerbereichen um die Berufsausbildung von Jugendlichen in zahlreichen Fachbereichen, beispielsweise zum Elektriker, KFZ-Mechaniker, Schweißer, Schreiner, Maurer, Schneider oder zum Computer-Spezialisten. Mit Hilfe von Jugend Eine Welt wurde auch eine Ausbildung in landwirtschaftlichen Anbaumethoden integriert (Details dazu siehe hier).

      Trotz der großen Hitze - es hat bis zu 50 Grad, "wenn man ein Ei in die Sonne legt, ist es in 6 - 7 Minuten gekocht!" - muss auch am Nachmittag unterrichtet werden, um 3.000 Ausbildungsplätze sicherzustellen. Doch die Nachfrage ist schon jetzt viel größer: mindestens 5.000 weitere Jugendliche warten sehnlichst auf einen Ausbildungsplatz.

      Darum möchten die Salesianer nun im geplanten neuen Lagerbereich ein weiteres Ausbildungszentrum errichten. Die Mittel dafür müssen sie selbst über Spenden organisieren - der UNHCR kann nur zwei Drittel der laufenden Kosten übernehmen.

      Den Ärmsten zur Seite stehen - ganz konkret
      Im Gegensatz zu anderen im Lager aktiven Hilfsorganisationen leben die Salesianer Seite an Seite mit den Flüchtlingen mitten im Lager. Sie sorgen nicht nur für Berufsausbildung, sondern betreuen auch rund 1.000 Kinder und Jugendliche nachmittags beim Hausaufgaben machen bzw. organisieren Spielmöglichkeiten.

      "Unsere größte Sorge gilt jenen Kindern, die gar niemanden mehr haben, die völlig allein im Lager ankommen", sagt Sam Èbalé. "Oft stehen Jugendliche vor uns, die nur ein zerfetztes T-Shirt tragen, sie haben nicht einmal Schuhe. Uns geht es vor allem darum, dass sie wieder lachen lernen, dass sie wieder Kind sein dürfen. Und wir helfen ihnen, die Verzweiflung zu überwinden. Die meisten von ihnen träumen von einem besseren Leben in Europa und haben keine Ahnung von der Realität dort. Sie haben nichts zu verlieren, wenn sie bei uns ankommen. Aber wir geben ihnen Hoffnung und eine neue Perspektive. Das ändert ganz viel für sie. Und wir hoffen mit ihnen gemeinsam, dass sie eines Tages gut ausgebildet in ihre Heimatländer zurückkehren können, in denen wieder Frieden herrscht."

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