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Bethlehem: Hinter der Sperrmauer wächst die Verzweiflung

    Jugend Eine Welt und Don Bosco helfen mit Brot, Wein und Bildungsprojekten

      7. Dezember 2017 - Mehr als eine Million Pilger besuchen in diesen Tagen die Geburtsstadt Jesu´, in vielen Weihnachtsliedern wird sie besungen. Doch die Situation im heutigen Bethlehem ist von Weihnachtsfrieden und hoffnungsvoller Idylle weit entfernt, wie die Hilfsorganisation Jugend Eine Welt berichtet, die vor Ort mehrere Don Bosco-Projekte unterstützt.

      Die Sorge ist groß, dass sich die Lage in naher Zukunft noch weiter verschärft. "Heuer konnten wir erstmals 50 Kindern aus Bethlehem einen Ausflug an den See Genezareth ermöglichen, sie haben ihn zum ersten Mal in ihrem Leben gesehen. Die Bewegungsfreiheit der Menschen, die im 'christlichen Dreieck' zwischen Bethlehem, Beit Dschala und Beit Sahur leben, wird durch die israelische Sperrmauer und die zahlreichen Checkpoints schon jetzt extrem eingeschränkt. Das zerstört Lebensperspektiven und führt zu wachsender Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung, gerade bei jungen Menschen", so Jugend Eine Welt Mitarbeiterin Ernestine Tesmer, die regelmäßig ins "Heilige Land" reist.

      Die aktuelle Situation rund um die Anerkennung Jerusalems durch die US-Regierung schätzt sie als "brandgefährlich" ein. "Es werden traurige Weihnachten in Bethlehem."

      Hilferuf der christlichen Kirchen
      Bei der diesjährigen Herbst-Sitzung des UN-Menschenrechtsrates in Genf wandten sich zahlreiche Kirchenvertreter mit einem Appell an die Internationale Gemeinschaft und forderten ihr "dringendes Handeln" insbesondere in Bezug auf das Cremisan-Tal, das zwischen Bethlehem und Jerusalem liegt. Der Bau der Sperrmauer bzw. die Vertreibung palästinensischer Familien von ihrem Land müsse ein Ende haben.

      "Es geht hier nicht nur um Land - es geht um uns, um unsere Identität und unsere Erinnerungen", betonte Issa Shatleh, ein vierfacher Familienvater, dessen Ländereien von israelischen Bulldozern niedergewalzt und zur militärischen Zone erklärt wurden. "Als ich ein Kind war, half unsere Familie bei der Olivenernte zusammen. Doch jetzt liegt mein Land hinter der Trennmauer. Nicht einmal während der Erntezeit erhalte ich die Erlaubnis, das was von meinem Olivenhain übriggeblieben ist, zu betreten!"

        Auch Don Bosco Einrichtungen weiterhin bedroht
        Im Cremisan-Tal liegt auch das berühmte Weingut der Salesianer Don Boscos, das kostbare Rebsorten aus biblischer Zeit kultiviert - ein Cremisan-Wein wurde 2013 sogar zum besten Weißwein Israels gekürt. Das Weingut sichert wichtige Arbeitsplätze für die einheimische Bevölkerung und wirkt ebenso als Oase des Friedens wie die in unmittelbarer Nähe gelegene Schule der Don Bosco Schwestern, die von 450 Kindern aus den umliegenden Städten und Dörfern besucht wird. Mittlerweile wurde die Sperrmauer dicht an die beiden Don Bosco Einrichtungen herangeführt, die drohende Trennung des Grundstückes in einen israelischen und einen palästinensischen Teil konnte bis jetzt abgewendet werden, ist aber noch immer nicht "vom Tisch".

        Immer weniger Christen
        Die wirtschaftlichen Aussichten in der Region sind abgesehen vom "Dauerbrenner" Tourismus bescheiden - die Arbeitslosenrate in Bethlehem lag 2016 bei 27 Prozent und war damit nach Gaza die höchste in den Palästinensischen Autonomiegebieten. Viele christliche Familien wanderten in den vergangenen Jahren aus: Der Anteil der christlichen Bevölkerung rund um Bethlehem sank von 86 Prozent im Jahr 1950 auf 12 Prozent im Jahr 2016.

        Don Bosco in Bethlehem: Brot, Wein und Zukunftsperspektiven
        Um den Kreislauf aus Armut, fehlenden beruflichen Perspektiven und Hoffnungslosigkeit im "Heiligen Land" aufzuhalten, unterstützen Jugend Eine Welt und Don Bosco benachteiligte junge Menschen und ihre Familien: So dient die Don Bosco Bäckerei von Bethlehem als Lehrstelle für den Bäckerberuf und versorgt täglich 80 bedürftige Familien mit Gratis-Brot. In der Don Bosco Berufsschule erlernen rund 300 junge Menschen, die verschiedenen religiösen Konfessionen angehören, einen Beruf und nehmen an sportlichen Aktivitäten teil, die ein friedliches Miteinander fördern.

        Bitte helfen Sie uns helfen: Einkaufen und Gutes tun!
        Mit dem Kauf von in Bethlehem handgefertigten Olivenholzkrippen oder erlesenen Cremisan-Weinen vom Weingut der Salesianer unterstützen Sie wichtige Don Bosco-Bildungsprojekte im "Heiligen Land". Zu finden in unserem Online-Shop

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