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ECPAT Österreich


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    Symbolbild von der internationalen ecpat-Website

    Jugend Eine Welt und ECPAT fordern „Grenzschutz anders“

      EU-Gipfel & Internationaler Frauentag: Österreich soll verstärkt mithelfen, Opfer von Menschenhandel zu identifizieren, zu beschützen und in Sicherheit zu bringen

      Der verstärkte Kampf gegen Schlepperei wird beim heutigen EU-Gipfeltreffen ein wichtiges Thema sein. Auch die österreichische Polizei ist gefordert. Immer mehr Polizistinnen und Polizisten sollen an der österreichischen Außengrenze eingesetzt werden bzw. Staaten der "Balkanroute" bei Koordinations- und Sicherungsmaßnahmen sowie der Registrierung von Flüchtlingen unterstützen. Vor wenigen Tagen kündigte der Generaldirektor für Öffentliche Sicherheit die Ausbildung zusätzlicher 750 Grenzpolizisten an.

      Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März appellieren Jugend Eine Welt und die von der Hilfsorganisation mitgetragene Kinderschutzorganisation ECPAT in diesem Zusammenhang an Innenministerin Mikl-Leitner und fordern sie auf, "Grenzschutz anders" in Gang zu bringen: Österreich solle die von der Flüchtlingskrise am meisten betroffenen Staaten aktiv dabei unterstützen, besonders verletzliche Flüchtlinge bzw. Personengruppen zu beschützen und in Sicherheit zu bringen. So könnten eigens geschulte Exekutivbeamte und Beamtinnen mithelfen, Opfer von Menschenhandel bzw. anderen Formen von Gewalt und Missbrauch so früh wie möglich zu identifizieren. Sie sollten sicherstellen, dass für ihre Unterstützung und psychologische Betreuung gesorgt wird und Maßnahmen zur Verfolgung von Menschenhändlern und kriminellen Netzwerken einleiten. Besonderes Augenmerk müsse dabei auf unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gelegt werden.

      Verschwunden

      "Von mehr als zehntausend Minderjährigen, die vergangenes Jahr in Europa angekommen sind, fehlt laut Interpol jede Spur - viele von ihnen waren ohne den Schutz von Erwachsenen unterwegs. Gleichzeitig ist bekannt, dass Netzwerke, die Menschen nach Europa schmuggeln, auch häufig Menschenhandel zum Zweck von sexueller Ausbeutung betreiben, wobei Frauen und Kinder besonders gefährdet sind. Die Wachsamkeit, die professionelle Hilfe und die grenzübergreifende Kooperation der Polizeibehörden sind in dieser besorgniserregenden Situation von größter Bedeutung", betont Jugend Eine Welt Vorsitzender Reinhard Heiserer.

      ECPAT-Geschäftsführerin Astrid Winkler unterstreicht, dass es wichtig sei, österreichische Grenzpolizisten, aber auch Leiter von Flüchtlings-Betreuungsstellen in Hinblick auf die Problematik von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung von Flüchtlingen sowie zu Kinderschutz zu sensibilisieren. Die Kinderrechts-Expertin weist zudem auf die Bedeutung von besonderen Maßnahmen zum Schutz von Kinderflüchtlingen hin: "Bei sexuellen Übergriffen und Menschenhandel geht es um hochsensible Themen. Nach Möglichkeit sollten Gespräche mit mutmaßlichen Opfern von psychologisch geschulten Personen desselben Geschlechts und in der Muttersprache der Flüchtlinge geführt werden. In größeren Lagern sollten Kinderschutzteams vor Ort sein, um Übergriffe zu verhindern bzw. rasch intervenieren zu können".

      Beide Organisationen begrüßen, dass im April eine neue operative EU-Polizeidienststelle zur länderübergreifende Zusammenarbeit von Ermittlern gegen Schlepperei und organisierten Menschenhandel auf der Balkan-Route in Wien eröffnet werden soll und geben der Hoffnung Ausdruck, dass der europaweite Schutz von minderjährigen Flüchtlingen zu einer ihrer wichtigsten Prioritäten zählen wird.


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