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Projekt im Flüchtlingslager Kakuma in Kenia


Bessere Ernährung für Flüchtlinge

    Nahrungsmittelhilfe für die Menschen im Sudan.
Don Bosco unterstützt die Menschen in Juba im Südsudan.
    Nahrungsmittelhilfe für die Menschen im Sudan.
Don Bosco unterstützt die Menschen in Juba im Südsudan.

    Seliger Romero im Südsudan Vorbild für Gewaltverzicht

      Salesianer aus Ostafrika in Sorge um rapide Militarisierung der Gesellschaft - Bildungseinrichtungen im Südsudan und im Flüchtlingslager Kakuma mit Unterstützung aus Österreich


      Wien, 01.06.2015 (KAP) - Der vor einer Woche seliggesprochene Erzbischof Oscar Romero ist für die Kirche im östlichen Afrika ein wichtiges Vorbild: Das haben die Salesianerpriester Eric Ondieki Mairura und Antimi Paul Sigungu, Finanzverantwortliche für die Ordensprovinz Ostafrika bzw. die dazu gehörige Delegation Südsudan/Sudan, im Interview mit "Kathpress" dargelegt. Die beiden Ordensmänner, die auf Einladung des Hilfswerks "Jugend Eine Welt" zu Besuch in Wien waren, erinnerten an die ständigen Bemühungen des Märtyrers aus El Salvador um Gerechtigkeit und um ein Ende der Morde in seinem Land. "In ähnlicher Weise sieht sich auch die katholische Kirche bei uns als Agent des Friedens und Gewaltverzichts", erklärte Mairura.

      Besonderes Augenmerk lenkten die beiden Ordensleute auf die enorme Aufrüstung, die im Südsudan und auch in den benachbarten Ländern in ähnlichem Tempo und Ausmaß vor sich gehe wie zuvor nur in Südafrika. "Afrika erzeugt keine Massenvernichtungswaffen. Doch derzeit überschwemmen unzählige von ihnen, auch Panzer und Minen, die Länder. Wer profitiert davon?", so Antimi in Richtung Europa, Asien und Nordamerika. Auch die internationalen Organisationen würden versagen, trage doch Militarisierung eindeutig nicht zur Lösung der bestehenden Probleme bei, sondern verantworte vielmehr u.a. den Hunger in der Region und das Fehlen von Schulen.

      Die Kirche, deren Vertreter anders als UNO oder Hilfswerke auch bei Krieg vor Ort ausharren würden, setze hingegen auf einen "sehr langsamen" Prozess ohne Gewalt oder Druck, erklärte Mairura, "mit Appellen an das Gewissen und Vernunft, vor allem aber über Bildung und Erziehung, um negative Einstellungen zu verändern". Ihre klare Überzeugung sei etwa, dass es nie ein Recht geben könne, andere aus politischen Gründen zu töten, oder dass friedliche Koexistenz der verschiedenen Gruppen gelingen könne. "Überzeugung ist die einzige Waffe, die wir haben", so der Ordensmann.

      Friede nur vom Hörensagen bekannt

      Derartiges Engagement ist momentan vor allem im Südsudan gefragt, wo seit Ende 2013 ein Bürgerkrieg im Norden des Landes tobt. Die Dramatik des ständigen Scheiterns der Friedensverhandlungen und der Zigtausend Flüchtlinge sei das Land schon gewohnt, angesichts seiner jüngeren Geschichte von Kriegen, Hungersnöten und Vertreibungen, berichtete Antimi: Friede kenne man nur vom Hörensagen nach über 30 Kriegsjahren, für die die Teilung des Landes bislang nicht das erhoffte Ende brachten und deren Folgen bis heute spürbar sind. Ging es einst um die Unterdrückung der christlichen Mehrheit, sei es nun ein Kampf um politische Macht und um Öl.

      Doch auch im benachbarten Kenia, dem reichsten Land der Region, ist mit den Terrorattentaten der aus Somalia eindringenden Islamistenmiliz "Al-Shabab" der Friede auf dem Prüfstand. Besonders nach den gezielt gegen Christen gerichteten Morden von 142 Studenten in der Stadt Garissa Anfang April sei die zentrale Botschaft der Kirchen jene, auf die Provokationstaktik der Extremisten nicht hereinzufallen. "Fast alle Muslime im Land und auch deren Führer lehnen die Angriffe klar ab. Wir sprechen mit den Jugendlichen, zeigen Alternativen und helfen, im Blick zu behalten, um was es geht. Feindseligkeit darf keine Chance bekommen, wie auch Papst Franziskus gefordert hat", so Mairura.

      Hoffnung im Niemandsland

      Als Brenn- und Sammelpunkt der gärenden Probleme der Region gilt das völlig überfüllte Flüchtlingslager Kakuma, mitten in der Wüste im Norden Kenias unweit der Grenzen zum Südsudan und zu Uganda. Der Zustrom an Flüchtlingen hält in der 1992 errichteten Zeltstadt an, "1.000 bis 1.500 kommen täglich neu an, mehr als zwei Drittel davon sind minderjährig; insgesamt leben hier 180.000 Menschen aus über 20 Nationen", berichtete Mairura. Die Salesianer sind im Lager schon seit 1993 aktiv und betreiben u.a. ein großes Zentrum für Berufsausbildung mit Produktionsbetrieben. Ein Projekt für nachhaltige Landwirtschaft, das derzeit mit österreichischer Unterstützung über "Jugend Eine Welt" gestartet wird, soll die Ernährungssicherheit vor Ort verbessern und die von Hilfsprogrammen nicht erfasste Bevölkerung vor Ort mit einbeziehen.

      Afrika sei weltweit mit deutlichem Abstand der "Kontinent der Jugend" schlechthin, zumal die Bevölkerung unter 25 Jahren einen Anteil von über 60 Prozent ausmacht. Nach wie vor gebe es jedoch viel zu wenig Angebote für Jugendliche, die ihnen Zukunftsoptionen versprechen. "Jugend ist die Zukunft der Gesellschaft", so das Credo der beiden Ordensgeistlichen; ihre Gemeinschaft in Ostafrika setzt deshalb voll auf Schulen, Lehrbetriebe und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche. Mairura: "Ziel ist es, die Menschen zu befähigen, sich zu Hause selbst zu beschäftigen, nicht auf grüne Wiesen anderswo zu schielen."

      Dieser Text stammt von der Webseite http://www.kathpress.at/site/nachrichten/database/70312.html des Internetauftritts der Katholischen Presseagentur Österreich.


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