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Fotocredit Florian Rainer
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Jugend Eine Welt fordert bundesweites Konzept für den schulischen Umgang mit Flüchtlingskindern

    „Willkommensklassen“ und Lehrstellen für jugendliche AsylwerberInnen  /  keine Unterbringung in Massenquartieren!

    (2. Oktober 2014) Angesichts der aktuellen Flüchtlingsdebatte fordert Reinhard Heiserer, Vorsitzender von Jugend Eine Welt, ein bundesweites Konzept für den schulischen Umgang mit Flüchtlingskindern.  „Laut Kinderrechtskonvention, deren 25-jähriges Bestehen im kommenden November gefeiert wird, hat jedes Kind das Recht auf Bildung. Das gilt natürlich auch für Flüchtlingskinder, denen unsere besondere Sorge und Aufmerksamkeit gelten muss.“ Heiserer regt an, dass vor allem größere Gemeinden, die Flüchtlinge aufnehmen, alters- und schulstufenübergreifende „Willkommensklassen“ für Flüchtlingskinder einrichten, in denen nicht nur Sprachkenntnisse und Kulturtechniken vermittelt werden, sondern wo die Kinder auch professionelle Hilfe dabei erhalten, traumatische Fluchterlebnisse zu verarbeiten. Eine solche Klasse wurde vor Kurzem an der Salzburger Volksschule bzw. Neuen Mittelschule Liefering eingerichtet. Auch die „Schlau-Schule“ in München, die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen einen Schulabschluss ermöglicht, könnte als Vorbild dienen.

    Ein bundesweites Konzept müsse aber auch Antworten auf die Frage geben, wie die Schul- und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen, die in kleineren Gemeinden untergebracht werden, aussehen könnte bzw. müsse schon vor Aufteilung von Flüchtlingen auf einzelne Gemeinden mitbedacht werden, ob dort adäquate Bildungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

    Chance auf Berufsausbildung

    Jugendliche AsylwerberInnen sollten ebenso wie ihre österreichischen AltersgenossInnen die Möglichkeit haben, einen Beruf zu erlernen – das gelte nicht nur für Flüchtlinge, die jetzt neu nach Österreich kommen, sondern ebenso für Tausende, die schon hier sind. „Nach Auskunft der Asylkoordination machen derzeit nur 110 jugendliche AsylwerberInnen eine Lehre, obwohl es rund 5.000 potenzielle KandidatInnen gäbe. Wir appellieren dringend an die österreichische Bundesregierung, verstärkt in die Zukunft dieser jungen Menschen zu investieren und ihnen eine qualifizierte Ausbildung zu ermöglichen.  Das wäre nicht nur ein längst überfälliger Akt der Menschlichkeit, damit würde sich auch ihre Chance auf Integration in der österreichischen Gesellschaft signifikant erhöhen,“ so Heiserer.

    Massenquartiere ungeeignet

    Gemeinsam mit dem „Don Bosco Flüchtlingswerk“ wendet sich Jugend Eine Welt als eine dessen Trägerorganisationen scharf gegen die drohende Unterbringung von minderjährigen Flüchtlingen in Zelten, leerstehenden Kasernen oder anderen Massenquartieren. „Kinder und Jugendliche brauchen Geborgenheit, das Gefühl von Sicherheit und Normalität sowie einen strukturierten Tagesablauf. Kasernen, die für Soldaten konzipiert wurden und andere Massenquartiere können das sicher nicht bieten“, ist Eva Kern, Geschäftsführerin des Don Bosco Flüchtlingswerkes, überzeugt.

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