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Jugend Eine Welt fordert bessere Bedingungen für Alternative Finanzierungen

    (21. Jänner 2014) Ähnlich wie der Waldviertler Schuhproduzent GEA erhält die Hilfsorganisation Jugend Eine Welt seit einigen Jahren Darlehen von zahlreichen Unterstützern, um Projekte der Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe vor- und zwischenfinanzieren zu können. Spenden und öffentliche Fördermittel fließen unregelmäßig, oft ist aber schnelle und unbürokratische Unterstützung zur Finanzierung dringender Projekte und Hilfsaktionen gefragt. Die Versorgung mit der dafür nötigen Liquidität erfolgt über zinslose Förderdarlehen, die aus dem Umfeld des Vereins kommen.

    Nachrangigkeit benachteiligt Freunde und Förderer

    Auch  Jugend Eine Welt wurde „verbotenes Einlagengeschäft“ vorgeworfen – darum hatte die Hilfsorganisation Besuch von der Finanzmarktaufsicht, die einmahnte, dass für derartige Darlehen eine Bankkonzession erforderlich sei – was für karitative Vereine freilich eine Unmöglichkeit darstellt. Als einzige Lösung, die nicht mit hohem administrativem und finanziellem Aufwand verbunden war, erwies sich das Subordinationsmodell bzw. die „Nachrangstellung“ der Darlehensgeber. Sämtliche existierenden Verträge mussten neu ausgestellt und um die Nachrangigkeitsklausel ergänzt werden. Nur so konnte eine Rückzahlung der bereitgestellten Darlehen vermieden werden. „Das ist eine unbefriedigende Lösung!“ so Reinhard Heiserer, Vorsitzender von Jugend Eine Welt.  „ Die Nachrangstellung stellt Freunde und Bekannte schlechter und hat mit Anlegerschutz nichts gemeinsam.“ So bekämen nämlich alle anderen Gläubiger, wie z.B. die Bank, zuerst ihr Geld. Die Darlehensgeber, die ihr Darlehen sogar zinsenlos zur Verfügung stellen, bekämen erst etwas, wenn die Bank, die für einen Kredit Zinsen und Sicherheiten verlangt, bedient wurde. Das kann keine langfristige Lösung und auch von der Politik nicht gewollt sein.“

    Politik ist gefordert

    Alternative Finanzierungsformen, wie der Waldviertler Schuhproduzent GEA, Jugend Eine Welt und viele andere sie nutzen, werden von der Zivilgesellschaft unterstützt und gefordert. „Es braucht gesetzliche Regelungen von Seiten der Politik, die sinnvolle Finanzinnovationen ermöglichen statt zu verhindern und gleichzeitig auch den Anleger schützen und nicht schlechter stellen“, ergänzt Reinhard Heiserer: „Denn zinsenlose Darlehen sind für Hilfsorganisationen ein Instrument des zivilgesellschaftlichen Engagements. Dieses muss gefördert werden.“ Auch Vertragsmuster für derzeit existierende Lösungen, wie das Nachrangmodell, könnten öffentlich leichter zugänglich gemacht werden, um teure Beraterkosten zu ersparen. In jedem Fall sind weniger Bürokratie und leicht zugängliche Lösungen für die Zivilgesellschaft gefragt.


    Weitere Informationen zu Zinselosen Darlehen finden Sie hier.


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