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Indische Kinder fertigen Zubehör für Feuerwerkskörper - abseits der großen Fabriken. 
Kinderarbeit in der Feuerwerksindustrie
Kinder und Jugendliche sind giftigen Stoffen ausgesetzt.
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Kinderarbeit in der Feuerwerksindustrie
Kinder und Jugendliche sind giftigen Stoffen ausgesetzt.
Indische Kinder fertigen Zubehör für Feuerwerkskörper - abseits der großen Fabriken. 
Kinderarbeit in der Feuerwerksindustrie
Kinder und Jugendliche sind giftigen Stoffen ausgesetzt.

Schuften für bunte Sterne am Himmel

    Jugend Eine Welt: Kinderarbeit in der Feuerwerksindustrie nach wie vor an der Tagesordnung

    (18. Dezember 2014) Rund zehn Millionen Euro werden in Österreich jährlich ausgegeben, um zu Silvester bunte Sterne am Himmel zu bewundern. Doch wenigen ist bewusst, dass Feuerwerkskörper unter äußerst gefährlichen Bedingungen hergestellt werden. Immer wieder kommt es zu tödlichen Unfällen in Feuerwerksfabriken. Auch Kinderarbeit ist nach wie vor an der Tagesordnung, insbesondere in asiatischen Ländern. Die Hilfsorganisation Jugend Eine Welt warnt vor dem Kauf illegaler Produkte, von denen in Österreich jedes Jahr zwischen 3 und 5 Tonnen sichergestellt werden. Sie ruft dazu auf, gänzlich auf Feuerwerkskörper zu verzichten oder zumindest pyrotechnische Gegenstände aus europäischer Produktion bzw. mit CE-Kennzeichnung zu kaufen. Diese garantieren, dass die Feuerwerkskörper vorgeschriebene Sicherheitsstandards erfüllen und aus einem professionellen Werk stammen, wenn auch Kinderarbeit nicht völlig ausgeschlossen werden kann.

    Verschärfte Kontrollen in Feuerwerksfabriken

    Jugend Eine Welt kritisiert vor allem die Produktionsbedingungen in Indien, dem nach China zweitgrößten Produzenten von Feuerwerkskörpern.  Laut der Kinderschutzorganisation „Bachpan Bachao Andolan“, deren Gründer Kailash Satyarthi den diesjährigen Friedensnobelpreis erhielt, müssen dort sogar schon 5-jährige Kinder mit den für Feuerwerkskörper benötigten gefährlichen chemischen Substanzen hantieren. Das Problem betrifft vor allem die Region Sivakasi im Bundesstaat Tamil Nadu, von wo rund 90 Prozent der in Indien hergestellten pyrotechnischen Gegenstände  stammen. In den letzten Jahren wurden die staatlichen Kontrollen in den dortigen Feuerwerks-Fabriken massiv verschärft. ArbeitgeberInnen, die unter 14-jährige Kinder anstellen, drohen nun hohe Geldbußen. Doch das heißt nicht, dass es keine Kinderarbeit mehr gibt: Wie eine Untersuchung des staatlichen Zentrums für Kinderrechte und Entwicklung (CCRD) ergab, wird sie heute nur anders organisiert: Um keine Strafe zu riskieren, schließen Fabriksbesitzer Verträge mit Subunternehmen ab, die ihrerseits Verträge mit armen Familien machen. Vor allem Frauen und Kinder stellen die Feuerwerkskörper dann in Heimarbeit her.

    Hohes Gesundheitsrisiko

    Die Herstellung von Raketen und Knallkörpern ist mit schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen verbunden. Der direkte Kontakt mit chemischen Substanzen wie Schwefel, Schwarz- und Aluminiumpulver kann zu Verätzungen, Tuberkulose, Asthma und Kopf- bzw. Augenschmerzen führen. Hinzu kommt das ständige Risiko von Feuer und Explosionen. Allein in Indien starben 2014 mindestens 27 Menschen bei  Explosionen von Feuerwerksfabriken. 2013 gingen weltweit mindestens acht Fabriken in die Luft:  in China (3), Indien (2), Italien, Kanada und Vietnam. Dabei starben mindestens 48 Menschen.

    Don Bosco Hilfsprojekte bieten Alternative

    Jugend Eine Welt fördert in Indien zahlreiche Don Bosco Hilfsprojekte, die Kinder und Jugendliche aus missbräuchlichen Arbeitsverhältnissen befreien und ihnen eine Alternative bieten – auch in der Region um Sivakasi. Eine Grund- und Aufbauschule, ein Reintegrationszentrum für SchulaussteigerInnen sowie ein Berufsausbildungszentrum tragen dazu bei, dass junge Menschen nicht mehr auf die lebensgefährliche Arbeit in der Feuerwerksindustrie angewiesen sind.

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