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Sierra Leone im Mittelpunkt


Don Bosco Fambul

    Allgemeine Hintergrundinfos


    über Sierra Leone

      Die Ebola-Epidemie in Westafrika


      Eine kleine Meldungs-Chronologie

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          Radiosendungen zum Tag der Straßenkinder 2016


          Information

              Der Tag der Straßenkinder 2016

                Musa wurde einst auf Wunsch seiner Mutter von einem fremden Mann mitgenommen. Doch statt ihn wie versprochen in die Schule zu schicken, landete Musa plötzlich in den Straßen von Freetown, der Hauptstadt von Sierra Leone in Westafrika. Ein Dasein, geprägt von Prügeln, harter Arbeit, Drogenkonsum und der steten Suche nach einem Schlafplatz.

                Musa ist eines der vielen tausenden Straßenkinder weltweit. Kinder, die von den Erwachsenen, die sie eigentlich beschützen sollten, beschimpft und verjagt, herumgestoßen und missbraucht, manchmal sogar getötet werden.

                Mit dem Tag der Straßenkinder am 31. Jänner als Auftakt zu den Aktionswochen macht Jugend Eine Welt auf die schwierigen Lebensumstände dieser Kinder aufmerksam. Dazu bitten wir um Spenden für Don Bosco Hilfs-Projekte, die Straßenkinder eine Zukunft geben.  Wie das Straßenkinderzentrum Fambul in Freetown, in dem der 12-jährige Musa heute lebt.

                Beim Tag der Straßenkinder 2016 steht diesmal Sierra Leone im Blickpunkt. Eines der ärmsten Länder der Welt, das nach der Überwindung eines blutigen Bürgerkrieges jüngst auch noch von der schrecklichen Ebolafieber-Epidemie heimgesucht worden ist.

                In unserer aktuellen Broschüre (siehe weiter unten) finden sich viele Informationen und Geschichten über das Leben von Straßenkindern, über Mythen und Fakten, die spezielle Situation von Kindern und Jugendlichen in Sierra Leone und über die Don Bosco Hilfsprogramme direkt in Freetown.

                Salesianerbruder Lothar Wagner, Leiter von Don Bosco Fambul in Freetown, weilte dieser Tage auch in Österreich, um bei einer Reihe von Veranstaltungen über seine Arbeit für die Straßenkinder in Sierra Leone zu berichten. Eine Nachlese zum finalen Vortragsabend von Bruder Lothar im Salesianum in Wien findet sich weiter unten auf dieser Seite.

                  „Bildung allein überwindet Armut noch nicht – Arbeit gehört dazu“

                    Vortragsabend im Salesianum mit Br. Lothar Wagner: Finale mit kritischen Worten


                    Eloquent, bestimmt, kritisch, visionär, motivierend und hoffnungsvoll. Alle diese Eigenschaften kommen einem in den Sinn, wenn man Salesianerbruder Lothar Wagner zuhört. Seit acht Jahren ist der aus dem deutschen Trier stammende Ordensmann und langjährige Projektpartner von Jugend Eine Welt Leiter des Straßenkinderzentrums Fambul in Freetown, Sierra Leone.

                    Sympathisch, unkompliziert und unkonventionell - das ist der leidenschaftliche "Streetworker Gottes" , Jahrgang 1973, trotz harter Arbeit unter oftmals schwierigen Rahmenbedingungen, dem Schrecken der Ebola-Epidemie bis hin zu körperlichen Attacken immer noch.

                    Rund 100 Besucher konnten sich am Mittwoch, dem 27. Jänner 2016, selbst ein Bild über ihn machen: Bei einem Vortragsabend von Bruder Lothar im Wiener Salesianum - finaler Abschluss der auf Einladung von Jugend Eine Welt anlässlich des Tags der Straßenkinder absolvierten Tour von Bruder Lothar durch die Schweiz, Liechtenstein, Südtirol und Österreich.

                    Umrahmt von Livemusik von hier in Wien lebenden Menschen aus Sierra Leon, erzählte Lothar Wagner über das Leben mit Straßenkindern im Fambul, den Aufbau einer Betreuung von Jugendlichen im gefürchteten Gefängnis Pademba in Freetown, den Auswirkungen und Folgen der Ebola-Epidemie in Sierra Leone, dem aktuell laufenden Aufbau eines Therapiezentrums für traumatisierte Kinder und noch vielem mehr. Auch in der anschließenden Fragerunde mit dem Publikum sparte Lothar Wagner auch nicht mit viel Kritik etwa an der internationalen Entwicklungshilfe.

                    Zitate

                    Hier haben wir einige Passagen aus seinem Vortrag und der Diskussionsrunde zusammengetragen:

                    "Die Straßenkinder, die im Gefängnis landen, wissen nicht, wie es weitergehen soll. Den Besuch unseres Don Bosco Teams ist für sie enorm wichtig. Für die Jugendlichen in Pademba (im Zentralgefängnis von Freetown) bedeutet Don Bosco Hoffnung."

                    "Bildung allein überwindet Armut noch nicht. Wir sollten sagen Bildung und Arbeit überwindet Armut: wenn ich eine junge Frau zur Schneiderin ausbilde, muss ich ihr nachher auch die Möglichkeit geben, ihre Kleider zu verkaufen. Wenn aber der Markt durch billige Kleidung aus dem Ausland übersättigt ist, nützt ihr die Ausbildung nichts, sie kann sich und ihre Familie trotzdem nicht ernähren. Wir müssen nicht nur ausbilden, sondern danach Arbeit, Gehalt und Wertschätzung bieten."

                    "Unsere Aufgabe als Ordensleute, als Salesianer Don Boscos, ist das DASEIN: Dasein für die Straßenkinder, für die, die sonst niemanden haben. Wenn wir nachts verletzte Straßenkinder ins Unfallkrankenhaus bringen, dann ist das die beste Form der Anbetung: Dasein für die, die gerade ihren persönlichen Kreuzweg durchmachen. Wenn wir mit diesen Menschen zusammenkommen, dann ist das Gotteserfahrung - vielleicht nur eine Millisekunde. Aber sie gibt Kraft dafür nicht aufzuhören."

                    "Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung durch Jugend Eine Welt. In Krisenzeiten - z.B. während der Ebola-Pandemie - helft Ihr schnell und unbürokratisch. Das ist einfach gut."

                    "Es gibt einen großen Unterschied zwischen staatlicher und kirchlicher Entwicklungshilfe. Staatliche Gelder müssen tausend Behörden durchlaufen und ein großer Teil des Geldes versickert. Kirchliche und private Unterstütztungsbeiträge kommen direkt zu uns, und wir können damit etwas bewegen. Zum Beispiel das Therapiezentrum für traumatisierte Kinder während der Ebola-Pandemie war vollständig durch die privaten Spenden finanziert, die Jugend Eine Welt gesammelt hat - es war das einzige Zentrum, das Tag und Nacht geöffnet war. Zahlreiche andere waren geplant, versprochen - aber das Geld ist versickert."

                    "Für unsere Arbeit typisch ist die ganzheitliche Förderung: wir bringen Straßenkinder nicht nur nach Möglichkeit in ihre Familien zurück, sondern wir bieten auch Nachbetreuung an, damit die Familien nicht wieder in eine Situation kommen, die verhindert, dass sie sich um ihre Kinder kümmern können."

                    "Don Bosco ist in die Gefängnisse in Turin gegangen und hat sich um die Jugendlichen dort gekümmert. Unser Don Bosco Team geht heute in das Zentralgefängnis von Freetown und kümmert sich um die Minderjährigen die dort sind. Viele haben nie eine Gerichtsverhandlung gehabt. Sie wurden von der Polizei auf der Straße aufgegriffen, weil sie angeblich etwas gestohlen haben."

                    Zum Kinderhandel:

                    "Menschen aus der Stadt ,schwatzen´ den Eltern - vor allem den Müttern - auf dem Land ihre Kinder regelrecht ab. Die Dreistigkeit geht so weit, dass sie noch Geld für den Transport verlangen. Buben werden dann zur Arbeit auf dem Markt gezwungen, als Straßenverkäufer, Mädchen landen meist in der Prostitution."

                    Zur Kinderarbeit:

                    "Sierra Leone ist im Diamantenhandel involviert - in den Minen ist Kinderarbeit ein großes Problem."

                    Zu den Auswirkungen der Ebola-Epidemie:

                    "Es gibt tausende von Ebolawaisen und Familien, die den Haupternährer verloren haben. Die Menschen sitzen auf gepackten Koffern: Ihre Situation ist so aussichtslos, dass selbst die Flucht durch die Sahara und weiter als das kleinere Übel scheint als das Dableiben. Sie warten nur noch den Winter in Europa ab, dann werden sie sich auf den Weg machen."

                    "Die Epidemie ist nicht einfach vorbei, weil das Virus nicht mehr auftritt. Viele Menschen leiden massiv unter Spätfolgen, z.B. erblinden sie ohne adäquate Behandlung. Die Kinder sind schwer traumatisiert, sie haben ihre nächsten Angehörigen sterben sehen und durften sie nicht einmal in den Arm nehmen. Wir bauen jetzt mit Unterstützung von Jugend Eine Welt ein Therapiezentrum für diese traumatisierten Kinder."

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