
Der Vatikan begeht am 13. Januar 2008 den "Tag der MigrantInnen und Flüchtlinge". An diesem Tag weist die Kirche besonders auf die schwierige Situation der Millionen Menschen hin, die weltweit als Flüchtlinge oder in flüchtlingsähnlichen Verhältnissen leben hin. Jugend Eine Welt ergreift diese Gelegenheit um auf die Situation hunderter Flüchtlinge in Sri Lanka aufmerksam zu machen.
Langjähriger Konflikt
Der Konflikt in den nördlichen und östlichen Regionen Sri Lankas schwelt seit mittlerweile zwanzig Jahren. Dabei handelt es sich um Auseinandersetzungen zwischen der Regierung und den "Liberation Tigers of Tamil Elan". Eine radikale Gruppierung die sich für die Unabhängigkeit und einen eigenen Staat für die Tamilen, die größte ethnische Minderheit Sri Lankas einsetzt. Eine friedliche Lösung für den langjährigen Konflikt scheint nicht in Sicht. "Vielmehr steuert Sri Lanka auf eine sehr ernste Situation zu", so Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt: "Von einem unserer Partner auf Sri Lanka, P. James Pathinathan haben wir Anfang diesen Jahres einen Hilferuf erhalten. In seiner Pfarre in Mullaitivu hat er bereits fünfzig Flüchtlings-Familien aufgenommen. Täglich werden es mehr."
Die Armee konzentriert sich momentan auf Regionen im Westen der Insel. Flugzeugangriffe sind an der Tagesordnung. Die dort lebende Bevölkerung flieht in Richtung Norden und hinterlässt all ihren Besitz. Die Menschen werden zu Flüchtlingen im eigenen Land.
Einige der Binnenflüchtlinge erreichen die P. James Pfarre in Mullaitivu. Das Kirchengelände ist relativ sicher, da es in unmittelbarer Nähe des Regierungsviertels liegt.
Familien auf der Flucht
Die Pater und Schwestern in der Pfarre stehen nun vor der Aufgabe, sich um die ankommenden Flüchtlinge zu kümmern. Sie organisieren deren elementarste Bedürfnisse. Diese Bemühungen werden, aufgrund der ohnehin schon herrschenden Knappheit in der Region, zu einer großen Herausforderung.
"Seit dem Tsunami 2004 stehen wir in sehr engem Kontakt mit Sri Lanka. Wir konnten vor vier Jahren dank unserer SpenderInnen sofort Nothilfe leisten und unterstützen seither den Wiederaufbau", erklärt Reinhard Heiserer: "Mullaitivu war besonders schwer betroffen. Die sandig-trockene Region wurde quasi ausgerottet, zurück blieb eine Wüste."
P. James berichtet aus Mullaitivu: "Wir haben bereits mehr als fünfzig Familien bei uns aufgenommen. Und täglich werden es mehr. Die Flüchtlings-Familien erhalten zwar ein Stück Land von der Regierung. Doch ihnen fehlen die Mittel um sich die einfachste Hütte zu bauen, geschweige denn sich ein Heim zu schaffen." P. James bittet um Unterstützung für die Flüchtlinge in Sri Lanka: "Wir brauchen Mittel um den Menschen das Überleben zu ermöglichen. Wir beginnen jetzt einfache Hütten für sie zu bauen. Außerdem müssen die Männer, Frauen und Kinder mit Lebensmitteln versorgt werden."
10 Millionen Flüchtlinge, 13 Millionen Binnenflüchtlinge
Bereits am 20. Juni 2007, dem UN-Weltflüchtlingstag veröffentlichte das UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) in seiner Jahresstatistik erschreckend hohe Zahlen. Die Zahl der Flüchtlinge stieg im Jahr 2006 auf 10 Millionen, der höchste Wert seit 2002. Diese Entwicklung wird vor allem auf die Irakkrise zurückgeführt.
Auch die Zahl der Menschen, die in fluchtähnlichen Verhältnissen leben ist gestiegen. Dabei handelt es sich um sogenannten Binnenvertriebenen. Menschen, die ihre Heimatregion aus Furcht um ihre Sicherheit verlassen, aber keine international anerkannte Landesgrenze überschreiten. Konflikte im Irak, Libanon, Sri Lanka, Osttimor und Sudan machten weltweit 24,5 Millionen Menschen zu Vertriebenen in ihrem eigenen Land.
(Zahlen: UNHCR-Jahresstatistik 2006, veröffentlicht am 19. Juni 2007)
Unterstützung minderjähriger MigrantInnen in Österreich
Papst Benedikt der XVI plädiert immer wieder für mehr Respekt und die Achtung der Menschenwürde von MigrantInnen: "Die Tatsache, dass es Migration gibt, darf niemals als Problem angesehen werden, sondern auch als eine große Ressource für die Zukunft der Menschheit."
Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt: "Das Schicksal von Flüchtlingen und MigrantInnen kann und darf uns nicht egal sein. Global und auch in Österreich." Deshalb setzt Jugend Eine Welt auch Maßnahmen zur Förderung von MigrantInnen und Flüchtlingen in Österreich. Der Verein ist Partner des Don Bosco Flüchtlingswerkes. Diese Initiative seitens der Salesianer Don Boscos, der Don Bosco Schwestern und Jugend Eine Welt besteht seit Jänner 2003. Das Don Bosco Flüchtlingswerk dient der Förderung minderjähriger Flüchtlinge in Österreich. "Jährlich kommen mehr als 500 Jugendliche unter 18 Jahren unbegleitet - ohne Eltern oder Verwandte- als Flüchtlinge nach Österreich", erklärt Heiserer:
"Die meisten von ihnen haben keine altersgemäße Betreuung und Unterbringung." Das Don Bosco Flüchtlingswerk setzt hier an und unterstützt junge AsylbewerberInnen, Flüchtlinge und MigrantInnen in ihrer Lebenssituation in Österreich.