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Dramatischer Engpass an Medikamenten auf Kuba

Zum Weltgesundheitstag am 7. April: Einheimische haben kaum Zugang zu Arzneien. Denn die gibt's nur gegen Devisen WIEN/ HAVANNA, 03.04.2006. Kleine Schönheits-OP gefällig? Brauchen Sie Zahnimplantate oder möchten Sie eine Hornhautverkrümmung behandeln? Dann ist Kuba das richtige Reiseziel! Tausende von Besuchern kommen jedes Jahr auf die karibische Insel, um sich gut und günstig medizinisch versorgen zu lassen. Denn Kuba ist berühmt für sein Gesundheitssystem: Dort steht Patienten ein Heer von hoch qualifizierten Medizinern zur Verfügung. In modernsten Kliniken werden zahlreiche Krankheiten nach "internationalen Qualitätsstandards" behandelt, wirbt die Website der kubanischen Botschaft in Berlin. Doch das Angebot hat einen Haken: Es gilt nur für Ausländer. Die Einheimischen haben kaum Zugang zu Medikamenten. "Die meisten Arzneimittel gibt es nur, wenn man in der Sonderwährung CUC bezahlen kann. Und die bekommen ausschließlich Touristen oder Leute mit Verwandten im Ausland," berichten die Projektpartner von Jugend Eine Welt vor Ort, die Salesianer Don Boscos. "Und die Medikamente dort sind genauso teuer wie in Europa." Bei einem Durchschnittslohn zwischen 12 und 20 Euro im Monat sind sie für Kubaner unerschwinglich, selbst wenn sich einzelne Devisen beschaffen können. Die medizinische Versorgung der Bevölkerung sei dramatisch schlecht, sagt der Leiter der internationalen Koordinierungsstelle der Salesianer Don Boscos. Der katholische Orden unterhält in vier kubanischen Städten Pfarreien und Jugendzentren. Selbst Medikamente für den täglichen Bedarf wie Aspirin, Magentropen oder Schmerzmittel seien nur auf dem Schwarzmarkt zu Höchstpreisen erhältlich. Während Touristen bei Beschwerden eine medizinische Behandlung nach westlichen Standards erhalten, seien die Krankenhäuser für Einheimische völlig unzureichend ausgestattet. "Kanülen, Einwegspritzen, Seife und Waschpulver sind Mangelware. Wenn jemand ins Krankenhaus muss, wird ihm empfohlen, sich einen Eimer als Toilette sowie Wasser, Handtücher und Bettwäsche selbst mitzubringen. Und am besten einen Angehörigen, der ihn versorgt." Wichtigster Grund für die Verschlechterung des öffentlichen Gesundheitssystems, das einst als vorbildlich in Lateinamerika galt: Der Zusammenbruch der Sowjetunion. Sie belieferte Kuba früher mit Medikamenten und Maschinen zur Produktion von Arzneimitteln. Jetzt müssen Medikamente auf dem Weltmarkt gegen Devisen gekauft werden. Zudem hat die US-Regierung Anfang der neunziger Jahre ihr Handelsembargo auf Arzneimittel ausgedehnt. Vor allem Kinder und alte Menschen litten unter Atemwegserkrankungen, Magen- Darmproblemen, Lungenerkrankungen sowie an den Folgen der Fehlernährung durch Vitaminmangel. Zwar gebe es auf der Insel Möglichkeiten, sich vitaminreich zu ernähren. Doch Ananas und Zuckerrohr, die in Kuba angebaut werden, sind für den Export bestimmt. "Die Menschen bekommen davon nichts ab. Wer eine Ananas klaut, kommt ins Gefängnis." Die Salesianer und ihre Mitarbeiter auf Kuba versuchen, möglichst vielen Bedürftigen zu helfen. "Aber wir brauchen dringend finanzielle Unterstützung, um Medikamente gegen Lungen- und Atemwegserkrankungen, Tropfen gegen Magen-Darm-Beschwerden, Antidepressiva, Antibiotika und Vitamintabletten zu kaufen." Darüber hinaus möchten sie Seife, Shampoo, Plastikeimer, Waschpulver und vitaminreiche Lebensmittel verteilen. "Bitte spenden Sie Geld, keine Medikamente," bitten die Projektpartner von Jugend Eine Welt. "Denn Hilfspakete werden an der Grenze oft konfisziert." Spendenkonto PSK 92.083.767, BLZ 60.000, Kennwort: Medikamente für Kuba.

Weitere Informationen & Bildmaterial:

Mag. Sandra Jetzinger Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Jugend Eine Welt – Don Bosco Aktion Austria St. Veit-Gasse 25 1130 Wien Telefon: +43/1/879 07 07 – 21, Mobil: +43/664/827 07 93 presse@jugendeinewelt.at, www.jugendeinewelt.at


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