
(17.07.2012) Vor mehr als zwei Jahren startete Jugend Eine Welt mit seinem Tochterunternehmen der Don Bosco Finanzierungs GmbH und der Raiffeisen Landesbank Tirol ein ehrgeiziges Projekt – die Begebung einer sozial nachhaltigen Anleihe in Österreich. Österreichische Investoren zeichneten 6,3 Millionen Euro. Die Gelder fließen in die Unterstützung der Universidad Politecnica Salesiana in Ecuador. Bei einer Pressekonferenz am 17.7.2012 zogen P. Javier Herran SDB, Rektor der Universidad Politecnica Salesiana und Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt eine zufriedene Bilanz.
„Wir lösen Klassenunterschiede auf“, sagt der 69-jährige Rektor der Universität Javier Herran über seine Universidad Politécnica Salesiana (UPS).
Die Studierenden der Salesianer-Universität in Ecuador kommen zu 30 Prozent aus bildungsfernen, sehr armen Familien. Vollstipendien ermöglichen diesen jungen Menschen eine qualifizierte akademische Ausbildung, die Grundlage dafür, dass sie die Zukunft ihres Landes einmal aktiv mitgestalten können. Qualität der Universität und Offenheit für arme Studierende sichert auch die „Don Bosco Anleihe 3 7/8 Ecuador 2015“
„Wozu benötigt eine Universität solch hohe Kreditsummen?“ nahm Pater Javier Herran die wichtigste Frage vorweg und erläuterte: Das besondere unserer Universität ist ihre Ausrichtung auf arme und benachteiligte junge Menschen insbesondere aus der indigenen Bevölkerung.“ In einem Land, in dem 14 verschiedene Sprachen existieren, bedeutet dies in erster Linie, dass universitäre Ausbildung zwei- oder sogar mehrsprachig angeboten werden muss, um die verschiedenen ethnischen Gruppen zu erreichen. Kulturelle Unterschiede müssen zudem respektiert und gewahrt werden. „Ein Student aus einem Amazonas-Dorf kann bei uns in seiner traditionellen Kleidung in die Uni kommen“, Die UPS in Ecuador hat drei Hauptstandorte in Cuenca, Quito und Guayaquil, ihre kleinen Bildungszentren weitet sie laufend aus. So müssen beispielsweise junge Menschen aus einer abgeschiedenen Dorfgemeinschaft im Amazonas Tiefland, nicht in die großen Städte abwandern und können sich trotzdem zu LehrerInnen ausbilden lassen – die Universität kommt zu ihnen.
Jugend Eine Welt hat den Aufbau dieser besonderen Universität in Ecuador von Anfang an unterstützt. „Spenden für Universitäten zu sammeln ist aber sehr schwierig. Die Entwicklung einer gerechteren Gesellschaft braucht gerade bei der Ausbildung zukünftiger Leistungsträger Chancengleichheit,“ erläutert Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt. „Wenn Jugendliche aus allen Schichten so ausgebildet werden, dass sie die Zukunft ihrer Gesellschaft mitgestalten können, kann sich etwas verändern.“ Für die notwendigen Modernisierungsmaßnahmen, neue Bibliotheks- und Klassenräume sowie IT- und technische Ausstattung für die Labore mussten also andere Finanzierungsmodelle erschlossen werden. Grundsätzlich ist die Universität, die durch Studiengebühren auch über Einnahmen verfügt in der Lage Kredite aufzunehmen - in Ecuador sind diese mit Zinssätzen über 10 Prozent allerdings viel zu teuer. Die Anleihe der Don Bosco Finanzierungs GmbH, deren Hauptgesellschafter Jugend Eine Welt ist, bietet der UPS mit 3 7/8 Prozent gute Konditionen und ermöglicht AnlegerInnen in Österreich ihr Geld sinnvoll zu veranlagen. Seit 2009 läuft die Anleihe - ursprünglich geplant war sie bis 2015. Die Bereitschaft die Anleihe zu zeichnen war bei Diözesen und Ordensgemeinschaften in Österreich aber so groß, dass die Zielsumme von 6,3 Millionen Euro bereits 2010 erreicht und die Anleihe geschlossen werden konnte.
Jugend Eine Welt arbeitet an der Bereitstellung einer weiteren Anleihe zur Förderung von Bildungsprojekten in Indien.