
Mit einem farbenfrohen Fest und spannenden Spielen sind die Fußballweltmeisterschaften gestartet. In Südafrika herrschen Euphorie und Begeisterung. Trotz allem kann man nicht über die gravierenden sozialen Probleme hinwegsehen. So leben hunderte von Kindern und Jugendlichen in den Großstädten auf der Straße und begehen Straftaten um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Oft sind sie selbst brutaler Gewalt ausgesetzt. AIDS ist ein weiteres großes Problem in Südafrika. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) leben sechs Millionen - von den 44 Millionen EinwohnerInnen - mit dem HI-Virus oder AIDS. Erschwert wird der Kampf gegen die Krankheit durch eine Regierung, die das Problem herunterspielt.
Jugend Eine Welt unterstützt Straßenkinder- und Bildungsprojekte in Südafrika, die Jugendlichen eine bessere Zukunft ermöglichen. Auch Sport spielt dabei eine wichtige Rolle. „Fußball ist ein tolles Mittel um junge Menschen anzusprechen. Viele Jugendliche kommen am Anfang nur zum Fußballspielen in unsere Projekte. Dass gibt den Sozialarbeitern die Gelegenheit mit ihnen in Kontakt zu treten und ihnen in weiterer Folge Hilfe anzubieten“, erklärt Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt: „Beim Fußballspielen können sie für ein paar Stunden ihren harten Alltag vergessen und wieder Kinder sein.“
Fußballschule in Walkerville
Die Michael Rua Schule ist eines dieser Projekte für benachteiligte Jugendliche. Die Fußballschule in Walkerville liegt ca. 35 Kilometer südlich von Johannesburg in der kleinen, dicht bevölkerten Provinz Gauteng. Alleine hier verloren im Jahr 2006 mehr als 200.000 Kinder ihre Eltern durch die Folgen von AIDS. Die Zahl der Aidswaisen steigt weiter an.
Mit der vor fünf Jahrzenten gegründeten Michael Rua Schule stellen die Salesianer Don Boscos Kindern aus Bauernfamilien eine sportliche Infrastruktur zur Verfügung und ermöglichen ihnen eine Ausbildung. Die Schülerinnen und Schüler spielen erfolgreich in unterschiedlichen Fußball-Ligen mit. Der Sport und die Erfolge sollen dabei helfen den Jugendlichen Selbstvertrauen zu geben.
Da HIV/AIDS ein besonders großes Problem ist, werden Sport und Ausbildung in der Michael Rua Schule vom Programm „Love Matters“ begleitet. Hier erhalten die Jugendliche Informationen über Ansteckungsgefahren, sollen aber auch einen verantwortungsvollen Umgang mit ihrem Leben erlernen. Nähere Infos zum Projekt
Fußball für Straßenkinder
„Street Youth“ für Straßenkinder aus Kapstadt ist ein weiteres Projekt, das Sozialarbeit mit Fußball verbindet. Straßenkinder begehen Diebstähle oder wenden Gewalt an um zu überleben, sind aber auch selbst oft Übergriffen ausgesetzt. „Street Youth“ bietet diesen Kindern eine Unterkunft, Verpflegung, eine handwerkliche Ausbildung und Fußball als Freizeitaktivität. Sport hat hier zweierlei Funktionen: Die Kinder können ihre Aggressionen abbauen und bekommen gleichzeitig Selbstvertrauen. Sie lernen aber auch was Teamgeist, Fairness und Disziplin bedeuten. Damit zeigen die Salesianer Don Boscos, die Partner von Jugend Eine Welt vor Ort, den Jugendlichen Schritt für Schritt eine Alternative abseits der Straße auf. Wenn sich die Jugendliche für das „Street Youth“ Programm entscheiden, müssen sie zu Beginn eine vierwöchige Bewährungsprobe durchlaufen. Danach beginnt eine achtzehnmonatige Ausbildung im Bereich Schweißen, Leder- und Holzbearbeitung, Maurerhandwerk oder Computerkurse. Die Jugendlichen erlernen nicht nur berufliche Fähigkeiten, sondern auch ganz gewöhnliche Dinge des Alltags wie etwa richtige Hygiene und Umgangsformen. Begleitet wird die Ausbildung von Spezialprogrammen zur Persönlichkeitsentwicklung und zum Aggressionsabbau. „Die Verbindung von Lern- und Freizeitprogrammen ist ein Erfolgsrezept dieses Programmes“, so Reinhard Heiserer und erklärt weiter: „80 Prozent der Jugendlichen schließen die Ausbildung ab und können so eine neues Leben abseits der Straße und abseits von täglicher Gewalt und Ausbeutung beginnen.“ Infos zum Projekt
Jugend Eine Welt und Fußball – Makarapas, faire Fußbälle und virtuelle Reisen
„Fußball ist mehr als nur Wettkampf und Tore“, weiß Reinhard Heiserer: „Fußball lehrt Teamgeist, bringt Begeisterung und sportliche Motivation. Fußball ist ein wichtiges Element in der Entwicklungszusammenarbeit.“
Mit dem Thema Sport und Entwicklung beschäftigt sich der entwicklungspolitische Verein Jugend Eine Welt seit der Fußball-WM 2002 intensiv. U.a. mit der Kampagne „Fußball für Straßenkinder“. Jugend Eine Welt engagiert sich weltweit für eine faire Welt und unterstützt im Bereich Fußball und Entwicklung Fußballprojekte auf vier Kontinenten. Außerdem vertreibt der Verein fair produzierte Fußbälle. www.kickfair.at
Anlässlich der Fußball-WM schickt Jugend Eine Welt innerhalb der Bildungskampagne „Join the Game – Champions for South Africa“ Kinder und Jugendliche auf eine virtuelle Reise ins WM-Gastgeberland. www.join-the-game.at
Und um etwas von der Lebensfreude und dem Enthusiasmus aus den südafrikanischen Stadien in die heimischen Wohnzimmer zu holen, wurde ein Makarapa Contest ausgeschrieben. Jugend Eine Welt prämiert die kreativsten Fan-Helme. www.makarapa.at