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Opfer des Sextourismus

Nach Angaben der International Labour Organisation tragen 215 Millionen Kinder aktiv zum Einkommen ihrer Familie bei. 115 Millionen davon unter schlimmsten und schwierigsten Bedingungen. Eine der erschreckendsten Formen der Kinderarbeit ist die kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen. Weltweit werden zwei Millionen Kinder und Jugendliche als Sexsklaven und Prostituierte ausgebeutet.

 

In Hilfsprojekten von Jugend Eine Welt – Don Bosco Aktion Österreich wird diesen Kindern und Jugendlichen geholfen ihr Schicksal zu meistern und ihre Traumata zu überwinden.

 

Das Schicksal der „Beach Boys“

Gemeinsam mit seinen Partnern, den Salesianern Don Boscos, unterstützt Jugend Eine Welt im Zentrum „Don Bosco Sevana“ in Sri Lanka Missbrauchsopfer des Sextourismus.

 


Die sogenannten „Beach Boys“ auf Sri Lanka sind besonders von kommerzieller sexueller Ausbeutung betroffen. Der Inselstaat mit seinen Traumstränden am Indischen Ozean gilt als ein Paradies für Sextouristen. Infolge sind bisher an die 30.000 männliche Kindern und Jugendliche in das kriminelle Netz der Sexindustrie geraten. Sie stammen häufig aus armen Fischerfamilien. Ihre Väter sind wochenlang auf See, ihre Mütter arbeiten an den Stränden, wo sie die Fische ausnehmen und trocknen. Die Jungen bleiben derweil zurück bei den Nachbarn oder den Großeltern. Sie sind sich, mehr oder weniger, selbst überlassen.

 

Die Sextouristen nutzen diese Situation aus und verführen die Jugendlichen mit Geschenken. Schon für ein Handy, das in Europa zwanzig Euro kostet, kann man einen Jungen für zwei Wochen „buchen“. Oft erhalten auch die Familien finanzielle Unterstützung, indem ihnen die Täter ein neues Dach oder neue Möbel finanzieren.

 

Aufklärung und Kampf gegen sexuellen Missbrauch

Die Salesianer Don Boscos schaffen mit Präventions- und Aufklärungsarbeit ein Problembewusstsein gegenüber sexueller Ausbeutung in der Gesellschaft und in den Familien. „Wir nutzen Musik und Theater, um die Menschen aufzuklären. Außerdem haben wir kleine Treffpunkte an der Küste eingerichtet, damit wir ein Auge auf die Touristen haben können“, so Pater Anthony Pinto, der Leiter des Projekts. Weiter erklärt er: „Wir versuchen die Menschen nicht nur über die körperlichen Folgen wie AIDS oder andere Geschlechtskrankheiten zu informieren. Besonders wichtig ist uns ihnen klarzumachen, welche seelischen und psychischen Schäden die Kinder davontragen.“

 

Vorbereitung auf ein neues Leben

Die Salesianer Don Boscos betreuen betroffene Kinder und Jugendliche auch direkt. Das von Jugend Eine Welt unterstützte Zentrum „Don Bosco Sevana“ in Negombo nimmt sich sexuell missbrauchter Jugendlicher an. Der Aufenthalt im Zentrum dauert mindestens drei Monate, meist aber erheblich länger. Während dieser Zeit erhalten die Jungen Schulunterricht, eine Berufsausbildung und werden von Erziehern und Psychologen betreut, um sie auf das Leben in der normalen Welt vorzubereiten. Die Jugendlichen sollen hier ihr Selbstvertrauen und ihre Würde wiedergewinnen, um sich so gegen die Übergriffe der Täter wehren zu können.

 

Bisher wurden 7.000 Jugendliche im Bildungszentrum in Negombo zu Handwerkern ausgebildet. Die Salesianer betreiben auch zwei hoch angesehene Hotelfachschulen. So bekommen viele der Absolventen einen Job im Gastgewerbe oder Tourismus. „Tourismus muss also kein Unglück sein, sondern kann auch eine Chance für eine bessere Zukunft bieten“, so Pater Anthony Pinto.

 

Engagement gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern im Sextourismus

Jugend Eine Welt ist Träger von ECPAT, der Plattform gegen kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern. Die Förderung von Kinderrechten und die Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen ist der große Schwerpunkt der Arbeit von Jugend Eine Welt, daher hat das Engagement gegen sexuelle Ausbeutung entsprechende Bedeutung. www.ecpat.at


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