
Nach dem Tsunami gibt es in der Diözese Gizo, auf dem Salomon Inseln, praktisch keine Häuser, Gärten oder Straßen mehr. Dafür aber große Holzressourcen und viele Arbeitskräfte ohne technisches Wissen. Deshalb sollen junge Leute in den wichtigsten Berufen des Baugewerbes (Tischler, Maurer, Elektriker, Schlosser und Spengler) ausgebildet werden. Sie wirken sodann beim Wiederaufbau der Häuser, Schulen und Infrastruktur der 10 Pfarrgemeinden der Diözese mit.
Das gesamte Projekt (z.B. Ausbildung der TechnikerInnen, Beschaffung der nötigen Maschinen und Werkzeuge sowie der Wiederaufbau) durchläuft drei Phasen. Die erste Projektphase wurde bereits 2008 abgeschlossen.
Zur Zielgruppe gehören 20 ausgewählte junge Menschen pro Jahr, aus den 10 Pfarrgemeinden der Diözese Gizo - das sind insgesamt 200 Lehrlinge während der Projektlaufzeit.
Indirekt profitieren 36.000 Tsunami-Betroffene in den Pfarren vom Wiederaufbau.
Projektziele sind die Ausbildung von Fachkräften im technischen Bereich:
Die Salomon Inseln sind ein Inselstaat im Südwesten des Pazifiks, östlich von Neuguinea. Sie gehören zum Commonwealth, zählen aber zu den ärmsten Staaten Ozeaniens. Die Hauptstadt ist Honiara, die Diö-zese Gizo ist circa 500 km von ihr entfernt, sehr isoliert und nur per Boot erreichbar. Außer in der gleichnamigen Stadt sowie in den Städten Noro und Taro gibt es in der ganzen Diözese keine Elektrizität. Eine Telefonverbindung fehlt gänzlich. Die einzige Möglichkeit der Kommunikation ist über Funk.
Im Jahr 2006 wurden die Salomon Inseln von einem schweren Tsunami getroffen. Da die Häuser flach gebaut und nicht sehr stabil waren, hat die Flutwelle buchstäblich alles mit sich gerissen. Zusätzlich waren die Opfer völlig von der Umwelt abgeschnitten. Bischof Capelli leistete als erster Nothilfe.
Mithilfe von Jugend Eine Welt besorgte er ein Boot und versorgte die Leute u.a. mit lebensnotwendigem Trinkwasser.
Seit 2008 betreibt Bischoff Capelli den Wiederaufbau
In diesem Projekt soll über einen Zeitraum von 10 Jahren und in drei Projektphasen ein besonderes Berufsausbildungsprogramm realisiert werden. In der bereits 2008 abgeschlossenen Phase I wurde ein Trainingszentrum gegründet und 20 Lehrlinge bekamen eine handwerkliche Basisausbildung. Mithilfe italienischer Volontäre konnten die notwendigen Werkzeuge und Maschinen aus Italien auf die Salomon Inseln geschafft werden.
2009 begann Phase II. Die Fachkräfte erhalten nun anhand eines "Training-on-the-job" weitere handwerkliche Kenntnisse in dem sie am Wiederaufbau der Infrastruktur der zehn Pfarren mitarbeiten. Jedes Jahr werden 20 neue junge Menschen aufgenommen, die im ersten Jahr die Basis-ausbildung und in den folgenden Jahren weitere Kenntnisse erwerben. Die Gründung einer eigenen Baufirma mit den Namen DOGIS (Dioces of Gizo Industrial Services) ermöglicht die Anstellung der Fachkräfte. Somit kann auf die Hilfe einer externen Baufirma verzichtet werden. Der Wiederaufbau erfolgt dementsprechend in Kosten sparender und sehr effizienter Weise. Wer später nicht bei der Baufirma arbeiten möchte, bekommt Unterstützung bei der Jobsuche oder bei der Gründung eines eigenen Unternehmens. Das wird der hohen Jugend-Arbeitslosigkeit entgegenwirken.
Durch die Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung und Rückgriff auf die lokalen Ressourcen (Holz ist auf den Salomonen in großer Menge vorhanden) wird die Wirtschaft wieder angekurbelt.