
Wien, 09.03.2010 Außenminister Spindelegger hat "tragische" Kürzungen im Bereich der internationalen Hilfe bekanntgegeben.
Bereits im Jahr 2009 wurden Gelder für Hilfsprojekte radikal um knapp ein Drittel auf 0,30 Prozent gekürzt. Das heißt konkret: 378 Millionen Euro weniger für hungernde Menschen, für Kinder, die sauberes Trinkwasser und ein Dach über dem Kopf benötigen, für medizinische Grundversorgung und für Katastrophenvorsorge aufgrund des Klimawandels.
Jeder Euro der in diesem Bereich an Projektmitteln gekürzt wird, bedeutet unmittelbar einen Anstieg von Hunger und Armut in den ärmsten Regionen der Welt.
Alle zusätzlichen Einsparungen verschärfen die Lage für die Menschen in den Entwicklungsländern dramatisch.
„Österreich hat mit der Mitgliedschaft im UN-Sicherheitsrat Willen zur Übernahme zusätzlicher politischer Verantwortung bezeugt. Diese Glaubwürdigkeit steht bei solchen Maßnahmen aber auf dem Prüfstand!“ so Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt.
Die Kürzungen bei Entwicklungszusammenarbeit und humanitärer Hilfe stehen in krassem Gegensatz zu allen internationalen und europäischen Verpflichtungen Österreichs. Die Staaten der Europäischen Union haben sich vorgenommen, die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit bis 2010 auf 0,51 Prozent und bis 2015 auf 0,7 Prozent des BNE (Bruttonationaleinkommen) anzuheben. Dieses Ziel rückt in immer weitere Ferne.