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Haiti: Jugend Eine Welt und Don Bosco helfen

Nach dem verheerenden Erdbeben auf Haiti, am 13.01.2010, sind die Hilfsmaßnahmen, trotz der schierigen Bedingungen in vollem Gange.

Sobald sich die Versorgung mit Lebensmitteln und Wasser normalisiert hat, erfolgt der Übergang von der Nothilfe zum Wiederaufbau.

Informieren Sie sich hier zum aktuellen Stand der Hilfsmaßnahmen:

Montag, 15.03.2010

  • Die Regierung in Haiti hat sich zum Ziel gesetzt, mit Ende März in allen Landesteilen den Schulunterricht wieder aufzunehmen. Die Salesianer Don Boscos und die Don Bosco Schwestern nehmen dieses Ziel zum Anlass, bereits jetzt sukzessive ihre Schulen wieder zu öffnen. Mehr als 300 Schulzelte und Schulmaterialien sind auf dem Weg nach Haiti. In Zusammenarbeit mit der Caritas Österreich konnte Jugend Eine Welt ein Projekt für die Wiederaufnahme des Schulunterrichts im Slum „Cité Soleil“ von Port-au-Prince garantieren. Dank der Unterstützung von institutionellen Spenden wie vom Land Vorarlberg, Einzelspenden und verschiedene Initiativen, allen voran dem Zoo Salzburg, kann dieses Projekt verwirklicht werden.

 

  • Aus Haiti erreichte uns die dringende Anfrage nach Fußbällen, Basketbällen und anderen Sportartikeln für die Betreuung von Kindern und Jugendlichen in der Freizeit. Jugend Eine Welt wird diese Woche noch 300 Fair-Trade Bälle aus seinem Lagerbestand nach Haiti schicken lassen.

 

  • Vorerst ist der Wiederaufbau von Schutzmauern eine der dringendsten Maßnahmen. Die Italienische NAVY baut gerade die Mauern rund um die große Berufschule ENAM wieder auf. Jugend Eine Welt kann mit Spenden von zwei Geldgebern die Mauern um das Straßenkinderzentrum LAKAY wieder errichten. Ebenso müssen bei den Don Bosco Schwestern die Sicherheitsmaßnahmen dringend verbessert werden.

 

  • Das Projektbüro der Salesianer in Haiti hat mit Unterstützung von „Jóvenes y Desarrollo“ (spanische Partnerorganisation aus dem Don Bosco Netzwerk) ein 40-seitiges Dokument erstellt, das sämtliche Gebäude und Einrichtungen der Salesianer im Erdbebengebiet erfasst, ihre Funktion erläutert und den aktuellen Zustand darstellt.

 

  • Am 12. und 13. April 2010 wird es unter Leitung des Provinzials in Haiti, P. Sylvain Ducange eine Geberkonferenz in Haiti geben zu der alle salesianischen Organisationen eingeladen sind. Reinhard Heiserer und Ines Refenner werden zu dieser Konferenz fahren und dort die Wiederaufbau-Maßnahmen bei den SDB und FMA koordinieren.

 

  • Insgesamt konnte Jugend Eine Welt bereits eine Summe von 330.000 Euro nach Haiti weiter leiten für Katastrophenhilfe und Wiederaufbauhilfe. Darüber hinaus wurden zwei Transportladungen mit Medikamenten und Wasser-Aufbereitungs Tabletten nach Haiti gebracht. 50 Schulzelte mit Platz für je eine Schulklasse wurden bestellt.
    Ein Ansuchen bei der ADA für die Unterstützung unserer Arbeit bei der Nothilfe wurde heute eingereicht.

 

  • Auch nach dem Erdbeben in Chile konnte Jugend Eine Welt im Bereich der Nothilfe aktiv werden und einen Betrag von EUR 30.000,- der chilenischen Provinz für die Nothilfe zur Verfügung stellen. Mehrere Einrichtungen der Salesianer und Don Bosco Schwestern, insbesondere auch Kirchen und Sakralgebäude wurden sehr schwer beschädigt.

Montag, 15.02.2010

  • Die Generalökonomin der Don Bosco Schwestern (FMA) ist seit 9. Februar in Port-au-Prince um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Sie schreibt, dass wie durch ein Wunder keine Schwestern oder Schülerinnen zu Schaden gekommen sind. Aufgrund ihrer relativ intakten Infrastruktur haben die Schwestern die Möglichkeit, in großem Rahmen zu helfen. Im Provinzhaus finden täglich Essensausgaben statt. Im Seminar und der Grundschule der Schwestern sind mehr als 5.000 Flüchtlinge untergebracht, die ebenso täglich mit dem nötigsten versorgt werden müssen.
    Der Reisebericht ist unter www.donboscoschwestern.de zu finden.

 

  • Der Generalobere der Salesianer Don Boscos, P. Pascual Chavez SDB ist von 11. bis 15. Februar in Port-au-Prince um sich ein Bild von der Lage zu machen.
    Ort für ein stilles Gebet war die Berufschule ENAM, unter deren Trümmern noch immer die Leichen von 150 Jugendlichen begraben liegen. Das Ausmaß der Zerstörung der Salesianereinrichtungen ist enorm.

 

  • Trotz der Zerstörung sind einige Einrichtungen der Salesianer Don Boscos wieder provisorisch in Betrieb: die beiden Straßenkinderzentren Timkatek (in Petion-Ville) und LAKAY (in Port-au-Prince) beherbergen um die 1.000 Kinder und verteilen täglich drei Mahlzeiten. In LAKAY hat sogar der Unterricht schon wieder begonnen. Die angeschlagene Bäckerei hat am Wochenende, trotz prekärer Sicherheitslage, ihren Betrieb wieder aufgenommen.

 

  • Jugend Eine Welt hat gemeinsam mit Caritas Österreich einen Projektantrag für die Wiederaufnahme des Schulunterrichts in den Slums von Port-au-Prince eingereicht. Wenn die Finanzierung gesichert ist, soll ab 8. März mit dem Schulunterricht für mehr als 6.000 Kinder begonnen werden. Dazu benötigt es Zelte für eine Schulklasse, Unterrichtsmaterial (school-in-a-box), Verpflegung für die Kinder, Aufbau sanitärer Anlagen sowie Gehälter für die LehrerInnen. Gleichzeitig werden Möglichkeiten für Eltern geschaffen beim Wiederaufbau in ihrem Umfeld tätig zu werden.

 

  • Derzeit ist ein Team von Statikern aus Deutschland (Misereor) in Port-au-Prince, die eine Analyse sämtlicher Gebäude der Salesianer Don Boscos durchführen. Auf Basis dieser Daten kann dann der Wiederaufbau der Gebäude geplant werden.

Montag, 08.02.2010

  • Die Informationen an Jugend Eine Welt von den Partner aus Haiti werden immer besser und regelmäßiger. Leider hat sich an die Situation der Menschen vor Ort immer noch nicht sehr gebessert. Immer noch wohnen die Menschen im Freien. Jeder freie Platz wird zu einem Sammelzentrum von obdachlos gewordenen Familien.

 

  • Mindestens zweimal wöchentlich fahren nun LKW’s der Salesianer Don Boscos mit Hilfslieferungen von der Dominikanischen Republik nach Haiti, um dort Lebensmittel und Wasser zu verteilen. Am Wochenende wurde erstmals ein LKW in den Norden Haitis geschickt. Dort gibt es einen riesigen Andrang auf die Don Bosco Schulen und Straßenkinderzentren von Flüchtlingen, die aus der Hauptstadt im Süden in den Norden geflohen sind.

 

  • Am dringendsten benötigt werden momentan, neben Nahrungsmitteln, 40-Personen-Zelte. Damit könnte der Schulunterricht wieder aufgenommen werden. Es ist ganz wichtig, so rasch als möglich wieder provisorischen Unterricht abzuhalten um den Kindern ein Gefühl von „Normalität“ zu geben und die Lehrer weiter beschäftigen und bezahlen zu können.

 

  • Eine der ersten Aktivitäten vor Ort wird der Wiederaufbau der Mauern rund um die Gebäude der Jugend Eine Welt Partner darstellen. Dazu werden insgesamt ca. 2,5 Mio. US-Dollar benötigt. Einige Einrichtungen, wie z.B. die Bäckerei sind ja noch intakt, können aber aufgrund der fehlenden Sicherheitslage nicht in Betrieb genommen werden.

 

  • Jugend Eine Welt hat aus Mitteln von Nachbar In Not die Finanzierung von regelmäßigen Wasser-Lieferungen für einen Zeitraum von sechs Monaten sicherstellen können. Um knapp 100.000 Euro wurden zwei Tankwagen angekauft, um Trinkwasser vor allem in den Slum Cité Soleil zu bringen.

 

  • Im Norden Haitis unterstützt Jugend Eine Welt ein Landwirtschaftsprojekt, das aufgrund des Erdbebens noch an Wichtigkeit zugenommen hat. In der technischen Schule in Fort Liberté (an der Grenze zur Dominikanischen Republik) werden auf 5 Hektar Gemüse und Obst angebaut, um den Eigenbedarf der Schule zu decken und die teuren Importe aus der Dominkanischen Republik zu vermeiden. Ebenso kommt der Aufforstung eines Teils des Geländes ein wichtiger Teil zu.

 

  • In den Medien wird immer wieder von den Kindern berichtet, die ihre Eltern beim Beben verloren haben. Viele Länder (Frankreich, USA, Niederlande) haben ihre Adoptionsbedingungen gelockert um diese Kinder aufnehmen zu können und ihnen ein neues Zuhause anbieten zu können. Doch hierbei gibt es zwei Probleme. Erstens: Fast alle Kinder haben in Haiti irgendwo Verwandte, die aber meist erst nach Wochen gefunden werden. Zweitens: Kinder aus ihrem Umfeld, auch wenn es zurzeit schrecklich ist, herauszureißen bedeutet eine doppelte Traumatisierung für die Kleinen. Die Salesianer Don Boscos haben in allen Straßenkinderzentren Kinder aufgenommen – sie betreuen also gerade ein Vielfaches der Kinder wie unter "normalen" Umständen.
    In den Don Bosco Zentren haben die Kinder einen sicheren Schlafplatz, sie bekommen  Verpflegung, Betreuung und Unterstützung bei der Suche nach ihren Verwandten.

Dienstag, 26.01.2010

  • Eine zweite Hilfslieferung mit Gütern aus der Dominikanischen Republik ist Richtung Haiti unterwegs. Sie besteht im Wesentlichen aus Reis, Bohnen, Fischkonserven und Trinkwasser. Die Verteilung wird in zwei Vororten von Port-au-Prince stattfinden: Thorland, wo mehr als 3.000 Flüchtlinge im Garten des Pfarrzentrums in Zelten wohnen. Sowie Pétion-Ville, wo die Salesianer Don Boscos ein großes Zentrum mit Pfarrei, Schule und Straßenkinderzentrum betreiben.

 

  • Mit Hilfe des Roten Kreuz International konnten Jugend Eine Welt und unsere Partner zwei große Container organisieren, die nun unterwegs zum Hafen von Barahona in der Dominikanischen Republik sind. Die Salesianer Don Boscos haben in Barahona (Einrichtung der Salesianer Don Boscos aus der Dom.Rep.) einen extra Anlegeplatz und Frachtraum bekommen um die Hilfslieferungen – nahe an der Grenze zu Haiti – entgegen nehmen zu können. Von dort werden sie in LKW’s weiter gebracht nach Haiti.

 

  • Zwei MitarbeiterInnen der Caritas Österreich haben gestern den Jugend Eine Welt Partner P. Zucchi SDB, den Provinzökonom von Haiti und Verantwortlichen für das Projekt der „kleinen Schulen“ besucht. Das Ausbildungszentrum wurde völlig zerstört und mehr als 250 Jugendliche, unter ihnen 150 Junglehrer und Kindergartenpädagoginnen wurden unter den Trümmern begraben. P. Zucchi ist sehr angeschlagen, seine Wohnung ist zerstört und er „wohnt“ derzeit in einem Zelt neben der Schule.

 

  • „School-in-a-box“ heißt ein Toolkit, das Schreibmaterialien für eine Schulklasse (40 Kinder und 1 LehrerIn) beinhaltet. Die Salesianer Don Boscos in Haiti sollen, mit Hilfe von Jugend Eine Welt, für mehr als 30.000 Schulkinder solche Toolkits zur Verfügung gestellt. Es ist ganz wichtig, so rasch als möglich wieder provisorischen Unterricht abzuhalten um den Kindern ein Gefühl von „Normalität“ zu geben und die Lehrer weiter beschäftigen und bezahlen zu können.

 

  • Bisher wurden etwa eine Million herkömmlicher Wasser-Reinigungstabletten von Jugend Eine Welt und den Don Bosco Partnerorganisationen aus Deutschland zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus möchte VIS (Don Bosco Partnerorganisation aus Italien) mit ExpertInnen eine Wasseraufbereitungsanlage installieren, die aus Meerwasser Trinkwasser herstellen kann.

Freitag, 22.01.2010

  • Die erste Hilfslieferung von elf LKW's voll mit Lebensmitteln aus der Dominikanischen Republik wurde an 20.000 Familien in Port-au-Prince verteilt

 

  • Das Don Bosco Straßenkinderzentrum LAKAY in Port-au-Prince hat seit dem Erdbeben mehr als 600 Kinder und Jugendliche zu versorgen und zu betreuen. Eines der größten Probleme dabei ist, dass die Begrenzungsmauern des Zentrums zur Straße hin eingestürzt sind und die Jugend Eine Welt Partner den Kindern nur minimalen Schutz vor Übergriffen u.a. bieten können.

 

  • Am Donnerstag, 21.01., hat eine Gruppe bewaffneter Männer das Don Bosco Zentrum gestürmt, in dem noch einige Essensvorräte gelagert waren, und diese mitgenommen.

 

  • Im Don Bosco Zentrum Thorland (Grund- und Sekundarschule, Pfarrei, Bildungszentrum), ca. 15 Kilometer östlich von Port-au-Prince wurden im Garten der Pfarre 3.000 Flüchtlinge aufgenommen. Es müssen dringend Zelte organisiert werden.

 

  • Jugend Eine Welt konnte bereits Nothilfe über EUR 200.000 nach Haiti überweisen.
  • Am Montag, 25.01., gehen eine halbe Million Wasserreinigungstabletten und Medikamente per Luftfracht nach Sto. Domingo zur Weiterleitung nach Haiti.

 

  • Am Samstag, 23.01., findet eine "Gipfelkonferenz" zwischen den Salesianern Don Bosco Haitis, den Salesianern Don Boscos aus der Dominikanischen Republik und der Salesian Missions (das spontane "Haiti-Koordinationsbüro" in USA) statt, um die weitere Vorgangsweise für Nothilfe und Wiederaufbau zu definieren und mögliche Finanzierungsmöglichkeiten auszumachen.

Montag, 18.01.2010

  • Die ersten Hilfsgüter sind innerhalb der Dominkanischen Republik an die Grenze zu Haiti unterwegs. Sie werden in der Einrichtung der Jugend Eine Welt Partner, den Salesianern Don Boscos in Barahona, eine Autostunde von der Grenze entfernt, zwischengelagert. Ein Schwertransporter für Wassertransport wurde gemietet, ebenso drei große Container für Nahrungsmittel sowie Zelte, Matten, Küchenutensilien angeschafft.

 

  • Der erste Hilfskonvoi mit zehn LKW’s Hilfsgüter sowie ein Wassertransporter ist am Samstag, 16.01., von der Dominikanischen Republik, begleitet vom Republikanischen Militär, bis Port-au-Prince durchgekommen.

 

  • Drei Satelliten-Telefone werden am Dienstag, 19.01., in Haiti eintreffen. Das lokale Telefon-Netz ist immer noch kaum funktionsfähig.

 

  • Die Salesianer Don Boscos in Haiti sind sehr niedergeschlagen. Sie haben alle Daten aus ihren Projekten verloren. Die große Anspannung der letzten Tage, die Unsicherheit, die Diebstähle in den zerstörten Gebäuden sind schwer zu verkraften. Konzentration liegt derzeit bei der Katastrophenhilfe, Ausgabe von Nahrungsmitteln und Wasser an die Bevölkerung.

 

  • In weiteren Schritten wird der Wiederaufbau des Netzwerkes der „Kleinen Schulen“ (140 Standorte für Betreuung von 26.000 Kindern) in Angriff genommen, ebenso wie der Wiederaufbau des Provinzgebäudes und der verschiedenen zerstörten Einrichtungen.

 

  • Den Salesianern Don Boscos im Norden und Osten des Landes geht es den Umständen entsprechend gut, sie sind kaum betroffen. Es werden einzelne nach Port-au-Prince geschickt um ihre Mitbrüder zu unterstützen. Die Salesianer Don Boscos aus der benachbarten Dominikanischen Republik kommen regelmäßig nach Port-au-Prince zwecks Koordination der Hilfe und moralischer Unterstützung.


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