
Im „Orientierung“-Beitrag vom 17.01.2010 berichtet Ines Refenner von Jugend Eine Welt – Don Bosco Aktion Österreich. Sie war erst vor wenigen Monaten im Hilfseinsatz in Haiti. ORF TV-Thek
In der Sendung vom 24.01. berichtet Ines Refenner vom Fortschritt der Hilfsmaßnahmen in der Erdbeben-Region. ORF TV-Thek
Österreichische Ordensgemeinschaften helfen Orden in Haiti.

In der Nacht vom 13. auf 14.01.2010 haben mehrere schwere Erdbeben den Inselstaat Haiti erschüttert. Eine Katastrophe schrecklichen Ausmaßes für die ohnehin verarmte Bevölkerung.
Informieren Sie sich hier zum aktuellen Stand der Hilfsmaßnahmen in der Erdbeben-Region.
27.01.2010 Mehrere Nachbeben haben die haitianische Bevölkerung in Port-au-Prince in Angst und Schrecken versetzt. Ungeachtet dessen, zeigen die Hilfsbemühungen der internationalen Gemeinschaft erste Erfolge. Die Sicherheitslage ist aber weiterhin katastrophal und erschwert die Maßnahmen.Wie die Salesianer Don Bosco aus Haiti Jugend Eine Welt mitteilten, ist die Situation in den Straßen Haitis katastrophal. „Tausende Menschen irren durch die Straßen. Sie schlafen in den Straßen und auf den Bürgersteigen, wo die Toten verwesen und einen furchtbaren Gestank abgeben. Die Hilfsmaßnahmen sind bei weitem nicht ausreichend.“ berichtet Pater Pierre Lephene aus Port-au-Prince.
Gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen verbringen die Salesianer, die Tage und Nächte unter freiem Himmel. „Neben den Überlebenden aus unseren Einrichtungen, tragen wir nun die Verantwortung für weitere 650 neue Straßenkinder, die täglich zu uns kommen. Hier sind noch keine Hilfslieferungen angekommen. Wir versuchen jeden Tag Lebensmittel einzukaufen oder zu erbetteln, “ so Pater Lephene, Leiter der Don Bosco Straßenkinderzentren in Port-au-Prince. In den Höfen zweier weiterer Don Bosco Zentren in Petion-Ville und Fleuriot haben inzwischen 3500 Menschen in Zelten Zuflucht gefunden. Hier ist auch der Hilfskonvoi der Salesianer Don Bosco, bestehend aus 11 Fahrzeugen, angekommen. Bei der Verteilung der Güter – Wasser, Lebensmittel, Medikamente, kam es zu keinen kriminellen Vorfällen. Die Verteilung war aus Sicherheitsgründen dort erfolgt.
Trotz der katastrophalen Lage hat der Unterricht wieder begonnen. Jeden Nachmittag unterrichten die Salesianer und ihre Mitarbeiter in den Trümmern des Straßenkinderzentrums Lakou. „Es ist wichtig, dass es weitergeht. Wir müssen den jungen Leuten Mut geben. Das gibt ihnen wieder eine Perspektive, “ so P. Lephene. Viele Leichen der ca. 500 verschütteten Kinder und Mitarbeiter konnten inzwischen geborgen und begraben werden.
„Angst und Verzweiflung hat uns in den letzten Tagen fest im Griff gehabt, aber wir haben unser Lächeln nicht verlernt. Auch das wollen wir den Leuten mitgeben.“, so Pater Lephene.
Auch die Straßenkinderzentren und Schulen der Salesianer sind komplett zerstört. Gemeinsam mit den überlebenden Kindern und Jugendlichen der Einrichtungen – nach neuesten Angaben sind 500 unter den Trümmern gestorben – halten sich die Salesianer nun in den Straßen und Ruinen ihrer Einrichtungen ohne Wasser und Strom auf. „In Sicherheit sind wir hier noch lange nicht. Die Menschen hier sind in ständiger Suche nach Wasser und Lebensmitteln. Das wenige, was wir in den Trümmern unserer Einrichtungen noch haben, versucht man uns wegzunehmen“, so Lephene. „Und wir stehen unter höchster psychischer Anstrengung, denn wir fürchten weitere Beben.“ Erste Hilfslieferungen des weltweiten Netzwerks der Salesianer für die Überlebenden - zehn Lastwagen mit Medikamenten, Wasser, Lebensmitteln und Benzin - sind heute in La Vega/Dominikanische Republik gestartet.
P. Lephene betonte auch den dringenden Wiederaufbau. „Wir wissen nicht, wie wir hier weiter machen sollen. Wir müssen komplett von vorne anfangen, denn es ist wirklich alles kaputt.“ Zwei Straßenkinderzentren, eine große Berufsschule und zahlreiche Kleinstschulen, die jetzt zerstört sind, hatten in Port-au-Prince tausenden Straßenkindern und Jugendlichen in den Slums neue Chancen gegeben. „Wir dürfen uns nicht allein auf die Nothilfe konzentrieren. Wir müssen uns auch um den Wiederaufbau kümmern, damit die Menschen in dem Land eine wirkliche Zukunft haben“, so Reinhard Heiserer, Geschäftsführer der Organisation Jugend Eine Welt, die die Salesianer und Don Bosco Schwestern in Haiti unterstützt.
Hilfsmaßnahmen gestartet. Gemeinsam mit dem internationalen Netzwerk der Salesianer Don Boscos hat Jugend Eine Welt inzwischen erste Hilfsmaßnahmen gestartet: Zwei LKWs mit Hilfsgütern sind auf dem Weg von der Dominikanischen Republik nach Haiti um die Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen. Ein Hubschrauber wird im Laufe des heutigen Tages starten um u.a. 3 Satellitentelefone ins Land zu bringen. Diese sind wichtig, um endlich ein genaues Bild der Lage zu bekommen und die Hilfsmaßnahmen dementsprechend zu koordinieren. Ein Depot mit Nahrungsmitteln und Medikamenten steht bereits zur Verfügung und wird demnächst verschickt.
Zehntausende Tote nach Erdbeben auf Haiti. Nach den verherenden Erdbeben in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch herrschen auf der Insel katastrophale Zustände.
Tote können zunächst nicht geborgen werden, für zahllose Verletzte gibt es keine medizinische Versorgung. Die Regierung Haitis geht davon aus das bis zu 100.000 Menschen getötet wurden. Offizielle Angaben zur Zahl der Opfer gibt es noch keine.
Eine Katastrophe schrecklichen Ausmaßes für die ohnehin verarmte Bevölkerung. Das Erdbeben mit Epizentrum nahe der Hauptstadt Port-Au-Prince hat alles zerstört. Die Telefonleitungungen sind größtenteils tot.
Die Jugend Eine Welt Partner vor Ort, die Salesianer Don Boscos beteiligen sich aktiv an den Nothilfemaßnahmen.
„Seit Dienstagnacht versuchen wir Kontakt mit unseren Projektpartnern auf Haiti aufzunehmen," erklärt Projektreferentin Ines Refenner: "Mittlerweise haben wir einige Informationen." Drei Einrichtungen der Salesianer Don Boscos in Peton Ville wurden nahezu komplett zerstört. In den Trümmern der technischen Schule und dem Straßenkinderzentrum Lakay sind mehr als 200 Kinder und Jugendliche, sowie ein Salesianer Don Boscos verschüttet. „Bisher konnten wir noch nicht in Erfahrung bringen ob die Kinder und Jugendlichen mittlerweile gerettet werden konnten.“
Ein Projektpartner, Br. Hubert Sanon SDB, kam bei dem Erdbeben ums Leben.
Haiti: Ärmstes Land Lateinamerikas
Nur wenige Kilometer ist der Inseelstaat Haiti vom Urlaubsparadies Dominikanische Republik entfernt. Doch von Ferien unter Palmen können die Menschen auf der Westseite der karibischen Insel nur träumen. Haiti ist das ärmste Land Lateinamerikas.
Das Land ist bereits in der 3. Verlängerung von UN Blauhelmen „geschützt“.
Die Aufräumungsarbeiten nach den verheerenden Hurrikans im September 2008 sind bei weitem nicht abgeschlossen. Die Haitianer entfernen händisch immer noch Erdreich von ihren Grundstücken und es sieht nicht so aus, als ob die Straßen demnächst repariert werden würden.
Die instabile politische Lage ist Ursache für Desorganisation, mangelnde Bildung und Hunger. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind 62 Prozent der Haitianer unterernährt.
Jugend Eine Welt und Don Bosco helfen in Haiti
Das entwicklungspolitische Hilfswerk Jugend Eine Welt unterstützt auf Haiti u.a. das Straßenkinderprogramm TIMKATEK in Petion-Ville, einem Vorort von Port-au-Prince. Außerdem verschiedene Bildungsprojekte der Salesianer Don Boscos und der Don Bosco Schwestern. Selbstverständlich unterstützt Jugend Eine Welt diese Projekte weiter auch über die erste Katastrophenhilfe hinaus!
P. Sylvain Ducange SDB bittet Jugend Eine Welt um Solidarität und Unterstützung in diesen Stunden der Not.
Spendenkonto PSK 92.083.767, BLZ 60.000, Kennwort: Erdbeben Haiti
IBAN: AT02 6000 0000 9208 3767
BIC: OPSKATWW
Bei BAR-Einzahlungen für die Opfer des Erdbeben auf das Jugend Eine Welt Spendenkonto PSK92.083.767 muss keine Bareinzahlungsgebühr (= EUR 0,55) beglichen werden.