
Jugend Eine Welt gratuliert den Partnern vom Don Bosco Flüchtlingswerk zum fünfjährigen Bestehen des Jugendwohnheims Abraham für unbegleitete minderjährige Asylwerber.
"Ich gratuliere dem Flüchtlingswerk und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu ihrem langen Atem und ihrem täglichen Engagement", so Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt: "Sie stehen jugendlichen Flüchtlingen in Österreich bei und ermöglichen ihnen im Sinne Don Boscos bessere Zukunftschancen."
Seit der Eröffnung des Hauses Abraham in Wien Inzersdorf im Mai 2004 waren 110 Jugendliche aus 21 Ländern - Flüchtlinge, die ohne Familie in Österreich einen Asylantrag gestellt haben - betreut und untergebracht. Jährlich kommen mehrere hundert unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach Österreich, seit letztem Jahr steigt die Zahl wieder.
Die Mehrheit der untergebrachten Personen erhält früher oder später subsidiären Schutz und damit ein (zeitlich befristetes) Recht, in Österreich zu bleiben. "Die Jugendlichen sind sehr motiviert, Deutsch zu lernen, die Kultur hier kennen zu lernen, ihren Beitrag zu leisten. Wichtig ist, sie dabei von Anfang an zu unterstützen, sie in Bildungsmaßnahmen zu integrieren und ihnen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen“ denn was die Burschen wollen, ist ganz normale Jugendliche sein zu dürfen", sagt Margit Pollheimer, Geschäftsführerin des Don Bosco Flüchtlingswerks.
Gefordert: Vorsorgende Begleitung junger Asylwerber
"Menschen, die auf der Flucht in Österreich landen, brauchen adäquate Betreuung und Versorgung. Das sozialpädagogische Jugendwohnheim Abraham leistet einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Jugendlichen und zu ihrer Integration in Österreich" so Salesianerpater Bernhard Vondrasek SDB , der Vereinsvorsitzende. "Mit großer Betroffenheit mussten wir zu Beginn dieser Woche erfahren, dass wieder ein junger Mann in Schubhaft gestorben ist." Auch ein ehemaliger Bewohner des Jugendwohnheims Abraham starb im Oktober 2005 in der Schubhaft in Linz. Das Team des Don Bosco Flüchtlingswerks weiß aus der täglichen Begegnung mit jungen Asylwerbern: "Perspektivenlosigkeit in den Herkunftsländern, traumatische Fluchterfahrungen und skrupulöse Machenschaften krimineller Organisationen können dazu führen, dass junge Menschen die Hoffnung für ihre persönliche Zukunft verlieren."
Deshalb arbeitet das Don Bosco Flüchtlingswerk nach den Grundsätzen des Turiner Sozialpioniers und Priesters Don Giovanni Bosco (1818-1888) vorsorgend: Schubhaft zählt nach Ansicht des Flüchtlingswerks nicht zu einer adäquaten Betreuung minderjähriger Asylwerber. Jugendseelsorge im Geist Don Boscos möchte Kindern und jungen Menschen anderer Länder und Kulturen ein menschenwürdiges Leben in Österreich ermöglichen und mit ihnen gemeinsam Zukunftsperspektiven erarbeiten. Die Ordensgemeinschaften der Salesianer Don Boscos und der Don Bosco Schwestern sowie die Don Bosco Partnerorganisation "Jugend Eine Welt" sind die Träger des Flüchtlingswerks.
Gesucht: Hilfe für junge Menschen
Finanziert wird das Jugendwohnheim Abraham im Rahmen der Grundversorgung für hilfs- und schutzbedürftige Fremde von Bund und Land, der Fonds Soziales Wien ist der Auftraggeber. "Leider ist der Tagsatz, den wir für die Betreuung der Jugendlichen erhalten, nicht indexangepasst und wir erhalten seit dem Jahr 2004 die gleiche Summe, trotz steigender Lebensmittelpreise und steigender Lohnkosten. Dadurch ist das Jugendwohnheim Abraham in seiner Existenz stark gefährdet und wir wissen nicht, ob wir im nächsten Jahr auch noch einen 6. Geburtstag des Jugendwohnheims feiern können" sorgt sich Margit Pollheimer. Dringend werden daher Sponsoren und Spenden gesucht.