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Mit Radio Lesen und Schreiben lernen

Don Bosco bringt in Honduras den Unterricht ins Haus

Bildung bekämpft Armut, davon war schon Don Bosco Ende des 19. Jahrhunderts überzeugt. Lesen und Schreiben sind ein Muss ohne die ein Einstieg ins Berufsleben kaum möglich ist. Weltweit ermöglichen heute Don Bosco Schulen und Ausbildungszentren ausgegrenzten jungen Menschen Zugang zu Bildung. Aber was tun, wenn Kinder in abgelegenen Dörfern leben, es keine befestigten Straßen, geschweige denn ein funktionierendes Bussystem gibt? In Honduras gehen die Don Bosco Schwestern das Problem kreativ und innovativ an. Ihre Schule überwindet Trampelpfade, Schlaglöcher und Flüsse ohne Brücken. Sie benutzt keinen Schulbus und keinen LKW, keinen Esel und kein Fahrrad. Es ist das Radio, das den Unterricht täglich pünktlich zu den Kindern nach Hause bringt. "Ich hatte keine Chance eine Schule zu besuchen", erzählt die heute 26-jährige Adriana. "Ich wohnte mit meinen Eltern und meinen sieben Geschwistern in einem kleinen Dorf im honduranischen Hinterland. An einen Schulbesuch war nicht zu denken", erinnert sie sich. Abgesehen von der enormen Entfernung zur nächsten Schule, fehlte ihr auch die Zeit zum Schulbesuch. Schon als kleines Kind verließ sie jeden Morgen früh das Haus, um das selbstgebackene Brot ihrer Mutter zu verkaufen. "Jeder musste seinen Teil dazu beitragen um die Familie irgendwie über die Runden zu bekommen. Damals wünschte ich mir nichts sehnlicher, als endlich lesen und schreiben zu lernen". Als sie gerade zwölf Jahre alt ist, lernte sie Schwester Marta kennen. Sie erzählte ihr von der Don Bosco Radioschule, die sie mit ins Leben gerufen hat. "Plötzlich gab es eine wirkliche Chance für mich, etwas zu lernen und irgendwann richtig lesen, schreiben und rechnen zu können." Schwester Marta überzeugte auch Adrianas Eltern davon wie wichtig es ist, dass ihre Tochter lesen lernt und einen Schulabschluss macht. Nur so ist langfristig ein besseres Leben möglich. "Das Geld für die Schulbücher habe ich mir selbst verdient, indem ich in den Wochen vor Schulbeginn noch intensiver und vor allem motivierter gearbeitet habe, denn ich hatte ja jetzt ein Ziel." Adriana stand weiter jeden Morgen in aller Frühe auf und verkaufte Brot, um sich und ihre Familie zu ernähren. Doch ihr weiterer Tagesablauf veränderte sich. Sie kam nach Hause, schaltete das Radio ein und ihr Schulunterricht begann. Sie lernte schnell, schließlich hatte sie so lange darauf gewartet. Einmal Mal pro Woche fuhr sie zu den Gruppentreffen, bei denen sich alle Schüler und Schülerinnen der Radioschule aus der Umgebung mit den Lehrern und Lehrerinnen traffen, um Probleme zu besprechen und das Gelernte zu überprüfen. Adriana hat die Radioschule mit einem staatlich anerkannten Diplom, das ihr eine Grundschulbildung bestätigt, beendet. Ihre Noten waren gut. Sie ist zu Verwandten nach Tegucigalpa gezogen und hat es dort weiter aufs Gymnasium geschafft. Einfach war das für sie nicht, denn sie musste sich nebenbei ihren Lebensunterhalt verdienen. Aber sie hat gelernt, dass sie ihre Träume verwirklichen kann. Es folgten das Abitur und schließlich eine Festanstellung in der Zentrale des Senders, der den Radiounterricht ausstrahlt. "Mein Leben hat sich durch den Radiounterricht grundlegend geändert. Es war die einzige Chance für mich selbst mein Leben zu verbessern." Lebensgeschichten wie die von Adriana hören wir von Jugend Eine Welt immer wieder, wenn wir Don Bosco Einrichtungen in Lateinamerika, Afrika, Asien oder auch Europa besuchen. "Die Erfolge dieser jungen Menschen, die ausgegrenzt und benachteiligt waren, zeigen mir immer wieder aufs Neue, wie wichtig unser Einsatz weltweit ist", so Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt, und er fügt hinzu "Bildung ist die beste Hilfe zur Selbsthilfe, denn sie befähigt junge Menschen selbst ihr Leben zu meistern. Deswegen müssen unsere Programme gerade die Kinder und Jugendlichen erreichen, die sonst keinen Zugang zu Bildung bekommen."

Unterstützen Sie bitte die Radioschulen in Honduras und ähnliche Projekte von Jugend Eine Welt

Spendenkonto: 92.083.767, BLZ 60.000 Kennwort: Honduras


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