Salesianer Don Boscos berichten von Massakern
Die humanitäre Lage in der Region Nord-Kivu, im Osten des Kongo, hat sich nach Informationen der Jugend Eine Welt Partner in Goma, dramatisch zugespitzt. Wegen der allgemeinen Unsicherheit sind außerhalb der Städte die Hilfsleistungen an die Zivilbevölkerung eingestellt worden. Im Laufe des Monats Mai ist es durch die bei Bukavu operierenden ruandischen Hutu-Rebellen wiederholt zu Massakern an der Zivilbevölkerung gekommen.
Auftakt der jüngsten Terrorwelle war ein Überfall auf die Ortschaft Busurungi, 30 Kilometer nordwestlich von Hombo. In der Nacht vom 10. Mai 2009 haben die Milizen das Dorf überfallen. Dabei sind über 700 Häuser in Brand gesteckt worden, wobei 32 Menschen lebendig verbrannt und 16 weitere schwer verletzt wurden. 42 Personen sind grausam gefoltert und anschließend mit Messern, Äxten und Macheten getötet worden. Frauen von Regierungssoldaten sind geköpft worden.
Die Massaker haben nach Angaben der Salesianer Don Boscos, die in der Provinzhauptstadt Goma ein Sozialzentrum betreiben, eine neue Flüchtlingswelle ausgelöst. Aufgrund der Kampfhandlungen zwischen Rebellen und Regierungstruppen können die Flüchtlinge nicht mehr mit Lebensmitteln und Hilfsgütern versorgt werden. Die humanitären Organisationen im Ostkongo kritisieren, dass die im Ostkongo stationierten UNO-Truppen (MONUC) eine Zusammenarbeit mit den Regierungstruppen (FARDC) anstreben, obwohl diese sich Übergriffe gegen Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und unbeteiligte Zivilisten zuschulden kommen lassen. Eine Kooperation müsse an Bedingungen geknüpft werden, warnen Vertreter der im Ostkongo aktiven Nichtregierungsorganisationen (NGO). Unter anderem fordern sie, dass die Schuldigen bestraft werden, dass die durch Regierungstruppen (FARDC) verschleppten Frauen und zwangsrekrutierten Jugendlichen freigelassen werden und die UNO sich stärker für den Schutz der Zivilbevölkerung einsetze.