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Kind oft wichtigste Einnahmequelle

"Zirkus an der Straßenkreuzung" unterstützt arbeitende Straßenkinder

Weltweit werden laut ILO (International Labour Organisation) etwa 180 Millionen Kinder im Alter von fünf bis 17 Jahren in den schlimmsten Formen von Arbeit ausgebeutet. Um auf die Folgen und Ursachen von Kinderarbeit aufmerksam zu machen, ist der 12. Juni seit sieben Jahren internationaler Tag gegen ausbeuterische Kinderarbeit.

Gemeinsam mit seinen PartnerInnen, den Salesianern Don Boscos und Don Bosco Schwestern, unterstützt Jugend Eine Welt junge Menschen, die von Kinderarbeit betroffen sind. In Ecuador über den ungewöhnlichen Weg eines Zirkus.

"Oft ist das Kind die wichtigste Einnahmequelle"

Die relativ gute ökonomische Situation des ecuadorianischen Staates spiegelt in keiner Weise die tatsächliche Situation seiner Bevölkerung wieder. Mehr als 50 Prozent der Jugendlichen zwischen zehn und 17 Jahren arbeiten und tragen damit zum Familieneinkommen bei. Theoretisch ist der Zugang zu Bildung in Ecuador für alle offen und gratis. In der Praxis können sich viele Familien die Kosten für Inskriptionsgebühren, Schuluniformen, Schul­bücher sowie Schreibmaterial nicht leisten. Viele Kinder werden anstatt zur Schule auf die Straße geschickt, um dort als Schuhputzer, Autowäscher, Verkäufer von Süßigkeiten oder sogar als Lastenträger zu arbeiten.

Seit 1980 betreiben die Salesianer Don Boscos das, von Jugend Eine Welt unterstütze Projekt "Chicos de la calle". Primär geht es darum, Straßenkindern, arbeitenden Kindern und Jugendlichen und/oder jungen Menschen die aus sozial schwierigen Verhältnissen stammen Orientierung und Ausbildung anzubieten und ihnen so einen Ausweg aus Drogen, Gewalt und Armut zu ermöglichen.

"Kinderarbeit ist ein Problem, das nicht isoliert von anderen Missständen betrachtet oder gelöst werden kann", erklärt Jugend Eine Welt Partner P. Javier Herran SDB aus Ecuador: "Es bräuchte Familienväter, die Arbeit haben, Mütter, die gesund sind, Krankenhäuser, die den Familien zur Verfügung stehen, Sozialleistungen, usw. Natürlich wäre es dann nicht notwendig, dass die Kinder auf die Straße gehen, um fünf Euro pro Tag zu verdienen. Aber, solange das nicht erreicht ist, bleibt das Kind für die Familie eine wichtige Einnahmequelle."

Zirkus an der Straßenkreuzung

"Viele Straßenkinder in Quito verdienen ihr Geld durch das Vorführen von Kunststücken vor wartenden Autos an den Kreuzungen der Hauptstadt von Ecuador", erzählt Pater Javier Herran SDB. Der 74-jährige Kinderrechtsexperte arbeitet seit mehr als 50 Jahren mit Straßenkindern und anderen benachteiligten Kindern und Jugendlichen in Ecuador. Herran weiter: "Daraus entstand die Idee den Kindern etwas anzubieten, das ihre Kreativität fördert und es uns möglich macht mit der Unter­stützung da anzusetzen, wo die Interessen und Erfahrungen der Kinder liegen."

Im Projekt "Zirkus auf der Straßenkreuzung" trainieren die Kinder ihre artistischen Fähigkeiten, lernen bzw. professionalisieren ihre Jonglierkünste oder studieren Darbietungen ein. Das Training ist spielerisch ge­staltet und soll Abwechslung in den harten Alltag der Kinder bringen.

"Die Resozialisierung von Straßenkindern oder vernachlässigten Kindern ist ein schwieriger und langsamer Prozess. Am besten funktioniert die Kontaktaufnahme über Dinge, die die Kinder gerne tun, " so P. Herran: "Durch das Angebot des Zirkus können wir die Kinder langsam auch mit anderen Dingen, wie z.B. Bildung in Berührung bringen." Die Teilnahme am Projekt "Zirkus an der Straßenkreuzung" ist an einen Schulbesuch gebunden. Im Projekt erhalten die jungen KünstlerInnen außerdem Unterstützung beim Lernen und den Hausaufgaben.


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