Kinderrechtsexperte Raymundo Mesquita

Wenn die Politik versagt, müssen wir selbst aktiv werden.

Raymundo Mesquita, Salesianer Don Boscos und Träger zahlreicher internationaler Menschenrechtspreise, setzt sich seit mehr als 30 Jahren in Politik und Gesellschaft für das Wohl von Kindern in sogenannten Entwicklungsländern ein.  Sein Anliegen ist es, den Menschen ein Leben in Würde zu sichern und aus ihnen kritische Staatsbürger zu machen, die ihre Rechte und Pflichten selbst in die Hand nehmen.

Mesquita lässt immer die Kinder selbst ihre Anliegen artikulieren. Ein von ihm gegründetes landesweites Netzwerk überwacht die Rechte der Kinder und versucht, deren Lage zu verbessern. Mittlerweile kooperieren Wirtschaft, Staat und Schulen mit dem Kinderrechtsvorkämpfer, der auch in staatlichen Entscheidungsgremien die Rechte von Kindern vertritt.

1999 erreichte Mesquita mit einer spektakulären Besetzungsaktion mit 700 Straßenkindern und Kinderarbeitern die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention für Brasilien. Ex-Präsident Cardoso musste auf Druck der Kinder das Papier unterzeichnen.

Keine Diskriminierung? Mauer soll die Ausweitung der Elendsviertel in Rio de Janeiro verhindern

Bis Jahresende soll in Rio de Janeiro, mit einem Budget von etwa 13. Mio. Euro, eine zumindest elf Kilometer lange Mauer entstehen. Die Brasilianische Regierung möchte damit die Ausweitung der Elendsviertel in der Stadt verhindern. Von den Verantwortlichen heißt es, die Mauer "verbessere die Lebensqualität". Der Vorwurf der Diskriminierung wird zurück gewiesen. Kritiker beklagen, dass mit der Mauer ein Symbol für die Kluft zwischen Arm und Reich entsteht.

P. Mesquita gibt Auskunft über die aktuelle Situation in Rio de Janeiro, den Stand der Bauarbeiten und vor allem die Stimmung in der Bevölkerung.

P. Raymundo Mesquita SDB

Als erstes von dreizehn Kindern einer armen Familie erhielt Raymundo Mesquita mit Hilfe einer Dorfschullehrerin eine weiterführende Schulausbildung bei den Salesianern Don Boscos, in deren Kongregation er nach der Matura eintrat. Durch das Arbeitsvermittlungsprogramm CESAM (Centro Salesiano do Menor) verhalf er bisher allein in Belo Horizonte über 30.000 Jugendlichen zu Arbeitsplatz und Existenz.

Jugend Eine Welt unterstützt seit Jahren die Arbeit von Raymundo Mesquita. Dazu gehören Bildungsmaßnahmen, Lobbying und Anwaltschaft für benachteiligte Kinder und Jugendliche in Brasilien.

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