
Am Donnerstag, 23. April 2009, findet der sogenannte Girls΄Day statt. Schon zum neunten Mal wird dieser Tag in ganz Österreich zum Zukunftstag für Mädchen erklärt. Es geht darum, Öffentlichkeit und Wirtschaft auf die Stärken der Mädchen aufmerksam zu machen, um einer gut ausgebildeten Generation junger Frauen weitreichende Zukunftsperspektiven zu eröffnen.
Der Ansatz auf Mädchen- bzw. Frauenpower zu setzen funktioniert international. Ein Beispiel sind die Schule und das Internat der Don Bosco Schwestern in Mali, die von Jugend Eine Welt unterstützt werden.
Bildung ist ein kostbares Gut
"Bildung ist ein kostbares Gut in einem Land, in dem 80 Prozent der Bevölkerung Analphabeten sind, " erklärt Sr. Johanna Denifl FMA. Die aus Fulpmes in Tirol stammende Don Bosco Schwester ist seit acht Monaten in Mali, einem der ärmsten Länder der Welt, tätig: "Statt in die Schule zu gehen, müssen viele Kinder schon früh zum Lebensunterhalt der Familie beitragen und häufig harte Feldarbeit verrichten. In den ländlichen Gebieten besuchen nur vier von 100 Kindern eine Grundschule. Es gibt nur sehr wenige Schulen. Diese sind zum Großteil so schlecht ausgestattet, dass Unterricht kaum möglich ist."
Mädchen mit Selbstvertrauen verändern die Gesellschaft
In Niamana, einem Dorf nahe der Hauptstadt Bamako kümmert sich die vierköpfige Schwestern-Gemeinschaft um Pastoralarbeit, betreibt einen Kindergarten, eine Schule und ein Internat für Mädchen. Außerdem ist die ausgebildete Tropenmedizinerin Sr. Denifl gerade dabei eine Krankenstation einzurichten.
"Neben allen Dinge die ich hier tue, sehe ich die Förderung der Mädchen und Frauen als meine Hauptaufgabe, " so Sr. Denifl: "Wenn Mädchen eine Ausbildung machen, wenn sie ihre vielen Fähigkeiten sinnvoll einsetzen können und ihr Selbstvertrauen gestärkt ist, dann trägt das zur Entwicklung der Familie, der Dorfgemeinschaft und letztendlich der ganzen Gesellschaft bei."
Fehlende Infrastruktur und zu wenig Geld
Jungen Frauen eine Ausbildung zu ermöglichen ist nicht einfach. Oft genug scheitert das Vorhaben an der fehlenden Infrastruktur oder den Finanzen.
"Eine meiner Schülerinnen, Juliette ist 13 Jahre alt. Sie kommt aus einer kinderreichen Familie, " erzählt Sr. Denifl: "Ihr Vater ist Bauer und baut auf seinen Feldern Hirse, Erdnüsse, Sesam und andere lokale Getreide an. Als Transportmittel dient ihm ein Esel. Die Mutter arbeitet auf dem Feld mit und kümmert sich um den Haushalt und die Kinder. Das bescheidene Einkommen reicht nicht aus, um allen sechs Kindern den Schulunterricht zu bezahlen." Hinzu kommt, dass eine weiterführende Ausbildung, die über eine einfache Grundschule hinaus geht, nur in größeren Orten und Städten möglich ist, oft weit entfernt von ihren Heimatdörfern. "Daher brauchen die Kinder auch einen Heimplatz, wo sie wohnen können und versorgt werden. Ein zusätzlicher finanzieller Aufwand, den sich viele Familien nicht leisten können," so die Schwester. Die Don Bosco Schwestern in Bamako-Niamanga ermöglichen jedes Jahr Mädchen sowohl den Schulbesuch, als auch den Internatsaufenthalt. Momentan leben mehr als 30 Mädchen im Internat. Sr. Denifl: "Das ist nur durch die finanzielle Unterstützung von Jugend Eine Welt und anderen Förderern möglich."
Spendenkonto Jugend Eine Welt PSK 92.083.767, BLZ 60.000
Kennwort: Mali