
Mit etwa elf Millionen hat Indien die weltweit größte Population an Straßenkindern. Hinzu kommen Tausende von Kindern und Jugendlichen die unter unsagbar armen Verhältnissen in Elendsvierteln leben. Die entwicklungspolitische Organisation Jugend Eine Welt und ihre Partner in Indien, die Salesianer Don Boscos bieten diesen Kindern und Jugendlichen konkrete Hilfe in Form von Bildung.
"Slumdog Millionaire", die Geschichte um einen, in Mumbais Slums aufgewachsenen jungen Mann, der durch eine Fernsehshow zum Millionär wird, ist der erfolgreichste Film des Jahres. Ausgezeichnet mit zahlreichen Preisen, zuletzt mit acht Oscars – darunter die Preise für die beste Regie und den besten Film. Regisseur Danny Boyle thematisiert im Film Indiens Schattenseiten: die extreme Armut in Mumbais Megaslums, Prostitution, Religionshass und sagenhafte Brutalität. Ab dem 20. März ist der Film auch in den österreichischen Kinos zu sehen.
Einer, der die Schicksale der Menschen insbesondere der Kinder in Mumbais Straßen besonders gut kennt, ist P. Barnabe D`Souza. Der Experte für Kinderrechtsfragen leitet seit 15 Jahren das "Shelter Don Bosco", ein Straßenkinderzentrum in Mumbai. "Ich sehe das Shelter, als eine Art Flughafen. Die Kinder kommen an, nutzen das Angebot und dann fliegen sie weiter", beschreibt P. Barnabe seine Arbeit. Tatsächlich wird den Kindern ein Platz zum Schlafen, eine warme Mahlzeit, Sicherheit und Orientierung angeboten. Was sie davon in Anspruch nehmen, entscheiden sie selbst.
Die Realität und der Film
Anfang März war Barnabe D'Souza Referent bei der UN-Drogenkonferenz von UNGASS (United Nations General Assembly Special Session on Illicit Drugs) in Wien. Als Vertreter aller NGOs aus Süd- und Südost-Asien ist er stark am Prozess der Überarbeitung der gesamten UN-Drogenpolitik beteiligt.
Während seines Aufenthalts wurde der Pater auch immer wieder auf den aktuellen Erfolgsfilm "Slumdog Millionaire" - er läuft am 20. März in Österreich an - angesprochen. "Das Shelter Don Bosco liegt nur zehn Minuten vom Drehort, Mumbais größtem Slum Dharavi, entfernt", erzählte P. Barnabe. Auf die Frage, wie nahe der Film an der Realität sei, antwortete der Salesianer: "Besonders das erste Drittel des Films, dass sich um das Leben und die Erlebnisse von Kindern im Slum dreht, ist "Slumdog Millionaire" sehr wirklichkeitsgetreu. Insbesondere die Szenen, in denen die Buben versuchen Geld zu verdienen oder Essen zu organisieren." Die Geschichte an sich, um den in Mumbais Slums aufgewachsenen jungen Mann, der durch eine Fernsehshow zum Millionär wird, wäre natürlich reine Fiktion, doch "der Film ist sehr gut gemacht", so D'Souza: "Eine Botschaft des Films – nämlich, dass Wissen und Bildung zum Erfolg führen können - ist gut und wichtig."
Chancen für Straßenkinder
Das "Shelter Don Bosco" in Mumbai stellt eine wirkliche Chance für Straßenkinder dar. Die vielfältigen Programme des Straßenkinderzentrums reichen von Übernachtungsmöglichkeiten über Berufsausbildungszentren bis hin zu Rehabilitationsprogrammen für drogensüchtige Kinder und Jugendliche. Die Salesianer Don Boscos und ihre MitarbeiterInnen in Mumbai setzen alles daran benachteiligten Kindern und Jugendlichen individuelle und nachhaltige Hilfestellung anzubieten.
Nähere Infos zur Arbeit der Salesianer Don Boscos in Indien unter www.jugendeinewelt.at.
Jugend Eine Welt in Indien
Seit Gründung von Jugend Eine Welt 1997 kooperiert der entwicklungspolitische Verein mit den Salesianern Don Bosco in den verschiedenen Regionen Indiens. Unter anderem unterstützt Jugend Eine Welt Straßenkinderzentren in Trivandrum, Mumbai und Guwahati.