
Nachdem es rund zwei Wochen ohne Unterbrechung auf der Insel geregnet hatte, bewegte sich Mitte Februar 2006 die Erde. Im Dorf Guinsaugan, das zur Stadt St. Bernhard auf Südleyte gehört, kam es zu einem gewaltigen Bergrutsch, der die 500 Häuser des Dorfes unter sich begrub. Zwei weitere Dörfer wurden teilweise zerstört.
15 Meter hohe Erdmassen!
Nach Angaben des Vulkanologischen Instituts ging dem Erdrutsch etwa 8 Minuten vorher ein leichtes Erdbeben der Stärke 2,6 voraus. Von dem Ort waren nur noch vereinzelt Dächer und Palmspitzen zu erkennen. Teilweise waren die Erdmassen 15 Meter hoch. Das ganze Katastrophengebiet war so aufgeweicht, dass es einem Pudding glich. Die Retter sanken bis zu den Hüften ein und gerieten selbst in Gefahr, da sich die Erdmassen noch nicht beruhigt hatten und die Regenfälle andauerten.
Rettungsmaßnahmen durch den Hoffnungsträger
Seit den ersten Stunden nach dem verheerenden Erdrutsch auf der philippinischen Insel Leyte war der Salesianer Don Boscos, Bischof Precioso Cantillas, vor Ort. Die Insel ist seine Diözese. Gemeinsam mit Regierungsbeamten und Soldaten leitete er die Rettungsmaßnahmen. Jugend Eine Welt kennt ihn seit Jahren, weil er vor seiner Ernennung zum Bischof Direktor der größten Berufsschule der Salesianer Don Boscos auf den Philippinen war und mit ihm zahlreiche Hilfsprojekte organisiert hat. Der beliebte Bischof ist nun der Hoffnungsträger für die vielen Verzweifelten, die um ihre Angehörigen bangen.
Sengende Hitze
Die Regierung geht davon aus, dass vermutlich insgesamt etwa 1.800 Menschen verschüttet wurden und das ganze Gebiet zu einem riesigen Massengrab wird. Es ist fast unmöglich, die Toten zu bergen. Hinzu kommt die Hitze in dem tropischen Land. Die Insel Leyte ist für Erdrutsche bekannt. Bereits im November 1991 kamen in der Stadt Ormoc nach einem Taifun, Hochwasser und Erdrutschen über 6000 Menschen ums Leben. Im Dezember 2003 starben bei Ormoc 133 Menschen durch Erdrutsche.
Weltweite Umweltprobleme
Die Ursache gleicht sich weltweit: Vor 10 Jahren wurde endlich die illegale Abholzung des Waldes gestoppt. An den Berghängen pflanzte man Kokosnusspalmen in Monokulturen an. Diese flach wurzelnden Bäume sind jedoch zur Befestigung von Berghängen völlig ungeeignet, aber wirtschaftlich sehr interessant. Die lang anhaltenden Regenfälle in Verbindung mit der instabilen Sicherung der Erdmassen, haben schließlich diese Katastrophe verursacht.
Ein Inselstaat hält zusammen!
Die Anteilnahme aller Philippinos an dem Schicksal ihrer Landsleute in Leyte ist beeindruckend. Die Menschen in dem aus 7.707 Inseln bestehenden Land sammeln Geld und Hilfsgüter, um die Betroffenen zu unterstützen. Die Medien berichteten sehr ausführlich und zeigten dramatische Bilder.
Jugend Eine Welt hilft direkt vor Ort! Bitte unterstützen auch Sie dieses Projekt, damit die philippinischen Bewohner bald wieder zu einem normalen und geregelten Leben zurückkehren können…