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Sierra Leone: Reintegration ehemaliger Kindersoldaten

Ein normales Leben führen: nach dem verheerenden Bürgerkrieg suchen verwaiste und vergessene Kinder ein Zuhause und benötigen psychologische Betreuung und eine Ausbildung. Derzeit betreuen die Salesianer Don Boscos in ihrem Projekt knapp 100 Kinder im Alter von 8 bis 18 Jahren.

Überall herrscht Chaos
Sierra Leone durchlebte zwischen 1991 und 2001 den wohl grausamsten Bürgerkrieg der jüngeren afrikanischen Geschichte. Die Rebellenbewegung RUF, aber auch staatliche Milizen rekrutierten tausende Kinder, setzten sie unter Drogen und ließen sie grausamste Verbrechen begehen. Heute sind diese jungen Menschen traumatisiert in einem Land, dessen Tagesgeschehen noch immer von den Nachwirkungen des Krieges bestimmt ist.

Es gibt wenige Zufluchtsorte
Einer der wenigen Orte, die Jugendlichen Zukunft bieten sind die Einrichtungen der Salesianer Don Boscos, die seit wenigen Jahren in der Hauptstadt Freetown und der benachbarten Kleinstadt Lungi für Straßenkinder tätig sind. Die Salesianer lassen stark traumatisierten Kindern eine Rundumbetreuung angedeihen. In einer ersten Phase der Betreuung können Kinder und Jugendliche ein Hilfszentrum als Anlaufstation nutzen, erhalten nach Bedarf Kleider, Ratschläge, psychologische Hilfe - mit dem Ziel, den Kindern die Rückkehr in ein geregeltes Leben zu ermöglichen.

Rückkehr zur Normalität
Wenn ein Jugendlicher bereit ist, endgültig die Straße zu verlassen und wieder in seiner Familie oder einer Pflegefamilie zu leben, kann er oder sie eine Berufsausbildung zum Maurer, Tischler, Elektriker, Schneider oder Frisör absolvieren. Etwa 20 Prozent der in der ersten Phase betreuten Kinder erreichen auch die zweite - unter ihnen viele Mädchen, die nach schlimmsten Kriegserlebnissen auf der Straße landeten.
Die Ausbildung ist in sechs Quartale unterteilt. Der Lohn für die bestandene Abschlussprüfung: ein Existenzgründungskredit.

Mehr Arbeit als Geld
Der aus den Vereinigten Staaten stammende Salesianerpater John Thompson hat mit seinen Mitbrüdern dieses wirksame Konzept begonnen, das allerdings sehr teuer ist für eines der ärmsten Länder der Erde, wo zehntausende verlorene Kinder auf Rettung warten.

Durch den regen Zustrom von Kindern ins Projekt, muss das Straßenkinderprogramm Stück für Stück ausgeweitet werden: kürzlich wurde ein weiteres Grundstück mit zwei Häusern gekauft, die allerdings dringend renovierungsbedürftig sind. Helfen auch Sie mit, das Projekt nachhaltig zu finanzieren!


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